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Gemeinde will beim Kiesabbau steuernd eingreifen

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Brekendorfs Gemeindevertreter beschließen Änderung des Landschaftsplans

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

BREKENDORF | Ganz verhindern kann die Gemeinde Brekendorf den Kiesabbau auf ihrem Gemeindegebiet nicht, aber sie kann steuernd eingreifen. Davon will die Vertretung jetzt Gebrauch machen und beschloss in ihrer jüngsten Sitzung den Landschaftsplan in Sachen Kiesabbau fortzuschreiben, um gezielt Eignungsflächen für den Abbau auszuweisen. "Wenn wir jetzt nicht lenkend eingreifen, buddeln die alle munter weiter", erklärte Bürgermeister Gerhard Guthardt mit Blick auf das aktuelle Planfestellungsverfahren für das Vorhaben der Firma Ernst Nissen aus Lohe-Föhrden.

Mit einer Konzentrationsflächenplanung habe die Gemeinde die Möglichkeit, Flächen auszuweisen, auf denen der Abbau zulässig ist, ohne dass andere Belange wie Natur- und Landschaftsschutz, Gewerbeansiedlung, Wasserschutz, Biotopverbundsysteme oder FFH-Gebiete dem entgegenstehen, erklärte Geograph Manfred E. Demuth vom Planungsbüro Pro Regione aus Flensburg das Vorgehen. Der Landschaftsplan als Fachplan für Naturschutz und Landschaftspflege lege den Rahmen für das Gewinnen von Rohstoffen fest. Die Inhalte werden in einem weiteren Verfahren schrittweise in den Flächennutzungsplan übernommen und damit rechtsverbindlich.

"Eine Verhinderungsplanung ist rechtlich nicht zulässig", betonte der Planer und riet der Gemeinde eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich mit der Flächenausweisung befasst. "Suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit den Kiesunternehmen, besprechen sie gemeinsam die Ergebnisse, auch um keine Klagen zu provozieren", lautete der Rat des Planers. Letztendlich seien es die Unternehmen, die auf die Gemeinde zugehen und fragen müssen, ob sie sich mit an den Tisch setzen dürfen.

Die Fortschreibung des Landschaftsplans und die Änderungen des F-Planes würden mit dem Auslegen der Pläne, dem Einholen, Bewerten und Abwägen von Stellungnahmen bis zum fertigen Entwurf gut zwei Jahre in Anspruch nehmen. "Somit liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Ob wir damit auch Erfolg haben, bleibt abzuwarten", so Guthardt. Die Kosten für die Planung von rund 25 000 Euro seien eine bittere Pille, "die wir aber wohl schlucken müssen."

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