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Konzert : Gelungenes Sommerkonzert mit hohem Anspruch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Trotz sommerlichen Temperaturen war die Aula der Freien Waldorfschule gut besetzt

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 06:04 Uhr

Eckernförde | Gerade erst von einer einwöchigen Orchesterfahrt aus dem dänischen Knivsberg zurückgekehrt, führte das Oberstufenorchester der Waldorfschule unter Leitung von Musiklehrer Gunnar Heise sein jährlichen Konzerte auf. Trotz der sommerlichen Temperaturen waren am Wochenende viele Eltern und Gäste der Einladung in die Aula der Waldorfschule gefolgt, um Klassik pur zu genießen.

Derzeit besteht das 1992 gegründete Oberstufenorchester der Waldorfschule aus 72 engagierten jungen Musikern, die regelmäßig in ihrer Formation in Deutschland und Dänemark gastieren. Eigentlich aber ist es nicht ein Orchester – sondern, da jährlich die Schüler der obersten Klassenstufen ausscheiden und junge Schüler nachrücken, jedes Jahr ein neues Ensemble mit dadurch entsprechend variierender Besetzung und Größe.

Gunnar Heise, der bereits seit 24 Jahren an der Waldorfschule als Musiklehrer tätig ist, hatte als Abschluss und Höhepunkt des laufenden Orchesterjahres Werke der großen, symphonischen Weltliteratur von Beethoven, Stamitz, Moussorgsky, Bruch und Dvorák ausgewählt. Er selbst fungierte als Moderator, Dirigent und – wie er selbst sagte – „Programmheft“, in dem er die jeweiligen Stücke ankündigte und eine kurze Einführung zur Musik und den Komponisten gab. Und wie bei klassischer Musik üblich, wurde auch hier mit einer Ouvertüre gestartet.

Bei Ludwig van Beethovens Egmont-Ouvertüre spürte man anfangs eine nachvollziehbare Nervosität bei den jungen Musikern, aber bereits beim nächsten „Konzert für Klarinette und Orchester“ von Carl Stamitz war davon kaum noch etwas zu hören. Brillant vollendete Harka Schüller (19) als Solist auf der Klarinette seinen Part in diesem Klarinettenkonzert. Obwohl er erst seit elf Jahren dieses Instrument erlernt und spielt, beherrschte er die schwierigsten Noten des Konzerts nahezu fehlerfrei.

In der Pause stand der symphatische Abiturient für ein kurzes Gespräch zur Verfügung und verwunderte mit der Aussage, dass er seine Zukunft nicht in einem Studium der Musik, sondern als Angestellter bei der Kriminalpolizei sieht. Seine Begründung war nicht weniger erstaunlich: „Ich möchte meine Stärken einsetzen, um aus der Welt einen besseren Ort zu machen. Dennoch wird die Musik immer ein Bestandteil meines Lebens sein.“

Der junge Mann legt dabei nicht nur auf die klassische Musik einen besonderen Wert – er interessiert sich auch für Jazz und Klezmer, einen Stil der jüdischen Instrumentalmusik. Das Konzert wurde mit der „Nacht auf dem kahlen Berg“ von Modest Mussorgsky fortgesetzt, der damit der Walpurgisnacht musikalischen Ausdruck verliehen hatte. Das Oberstufenorchester hatte sichtlich Freude an der symphonischen Umsetzung und man hörte förmlich die Hexen auf ihren Besen durch die Lüfte sausen. Nach kurzer Pause folgten Stücke von Max Bruch mit Solistin Elly Daus am Violoncello, die Suite aus „The Hobbit“ von Howard Shore sowie als Abschluss der 4. Satz aus Antonin Dvoráks Symphonie Nr. 9.

Die Begeisterung des Publikums fassten Britta und Andreas Flaig aus Eckernförde in Worte: „Unglaublich, was diese jungen Leute musikalisch leisten. Wir sind sehr stolz, dass auch eines unserer vier Kinder in diesem Orchester mitspielt.“

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