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Gelungene Premiere zwischen Hubwagen und Küstennebel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste IHK-Vollversammlung in Eckernförde: Familie Behn begrüßt die Gäste in Kommissionierungshalle

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 09:31 Uhr

Es war zwar schon die 270. Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel, aber die erste in Eckernförde. Vielleicht auch aus diesem besonderen Anlass haben die Gastgeber, die Unternehmerfamilien Rüdiger und Waldemar Behn, gestern im Kadekerweg eine ganz besondere Location gewählt – die Kommissionierungshalle, in der es verführerisch süßlich nach den Behn-typischen Getränken wie Kleiner Feigling oder Küstennebel roch.

Diese Atmosphäre hat der Versammlung spürbar gut getan. Das IHK-Präsidium um Präsident Klaus-Hinrich Vater und die Geschäftsführung um Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann freuten sich über den angeregten Informationsaustausch. Im Anschluss lud die IHK – ebenfalls erstmals – Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Medien und Gesellschaft zu einem Empfang für die Region ein.

Vor rund 100 Gästen lobte Vater den hohen Freizeitwert Eckernfördes. „Eckernförde zieht die Menschen an“, sagte Vater, der auch selbst mit seinen Kindern ins Ostseebad kommt. Eckernförde sei nicht nur touristisch interessant, sondern setze auch wichtige städtebauliche Akzente, die wiederum dem Tourismus zugute kämen. Bonbonkocherei, Ostsee-Info-Center, der Strand, der Hafen, das Wellenbad und die dynamische städtebauliche Entwicklung seien Markenzeichen des Ostseebades. „Vielleicht klappt es ja sogar mal wieder mit einem Kino“. so Vater. „Mein Eindruck als Außenstehender ist, hier tut sich viel. Eckernförde lebt – im wahrsten Sinne des Wortes.“

Weitere Impulse für Eckernförde, aber auch für Schleswig-Holstein verspricht sich der IHK-Präsident von olympischen und paralympischen Spielen in Hamburg. „Olympia im Norden macht Spaß und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl“. Im Norden gebe es mehr als eine Handvoll großer Infrastrukturprojekte, die dringend auf ihre Umsetzung warteten. „Die Olympischen Spiele bieten die einmalige Chance, wesentliche Teile einer auf Verschleiß laufenden Infrastruktur nachhaltig und für deutsche Verhältnisse auch noch vergleichsweise zeitnah zu ertüchtigen, auszubauen und zukunftsfest zu gestalten“, untermauerte Vater die wirtschaftliche Bedeutung der Spiele. Zudem seien Olympische Spiele ein gewaltiges Sonderkonjunkturprogramm insbesondere für Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Kulturanbieter weit über Hamburg hinaus.

Deutliche Worte fand Vater zum Thema Willkommenskultur. Die Debatte dürfe sich nicht nur in wohlgefälligen Wortschöpfungen verlieren. Die Wirtschaft stehe bereit, Kriegsflüchtlinge eine neue Heimat zu bieten. „Dies ist ein Gebot des menschlichen Anstands. Für die IHK heißt das, wir helfen bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen.“ Die IHK-Fachberater stünden als Bindeglied zwischen ausbildungswilligen ausländischen Jugendlichen und Mitgliedsunternehmen zur Verfügung. Die IHK fordert, dass in der Dualen Ausbildung der Grundsatz 3+2 gelten müsse. „Dies bedeutet, dass Azubis nach ihrer dreijährigen Ausbildung mindestens eine Aufenthaltsgenehmigung von zwei Jahren erhalten.“

Der IHK-Präsident sprach auch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel im Kreis Rendsburg-Eckernförde an. Die demografische Entwicklung führe gemäß einer Studie der IHK dazu, dass im Kreis im Jahr 2030 rund 16  000 Fachkräfte fehlen werden. In diesem Zusammenhang forderte Vater die Unternehmen in der Region auf, sich noch stärker der Dualen Ausbildung zu widmen. An die jungen Menschen appellierte Vater, sich über Chancen der Ausbildungsberufe zu informieren. „Nicht jeder muss ein Studium absolvieren, um erfolgreich sein zu können!“, sprach er sich gegen den sogenannten „Akademisierungswahn“ aus.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Neuregelung der Erbschaftsteuer forderte Vater, diese Vorschläge zu überdenken. „Eines kommt für uns mittelständische Unternehmen schon gar nicht in Frage: Doppelte und dreifache Besteuerung im Rahmen der Unternehmensnachfolge verbunden mit Neubewertungen unserer Vermögen.“

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