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Parken : Geld zurück beim Einkauf in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die ETMG ist auf der Suche nach einem geeigneten Erstattungssystem für die Parkgebühren. Berufsschüler helfen ihr dabei.

Was es woanders schon längst gibt, soll im kommenden Jahr auch in Eckernförde eingeführt werden: ein sogenanntes Parkgebührenrückerstattungssystem. Heißt: Wer in der Innenstadt gebührenpflichtig parkt, soll seine Parkgebühren oder zumindest einen Teil davon erstattet bekommen, wenn er in einem Geschäft in der Innenstadt einkauft. Sinn des Ganzen ist es, Eckernförde im Wettbewerb mit anderen Städten zu stärken – und dabei besonders die Innenstadt, um das Ausweichen der Kunden auf Geschäfte in Randlage zu beschränken.

Um alle Aspekte eines möglichen Systems zu beleuchten, hat die Eckernförde Touristik und Marketing Gesellschaft (ETMG) Partner ins Boot geholt. So hat die Studentin und ehemalige ETMG-Praktikantin Myriam Buch ihre Bachelor-Arbeit über die „Parkraumbewirtschaftung in touristischen Destinationen“ geschrieben und sich konkret mit den Vorstellungen der Geschäftsleute beschäftigt: Von 85 befragten Wirtschaftstreibenden konnten sich 40 die Teilnahme an einem Erstattungssystem vorstellen. Vier verschiedene Modelle gibt es:

Eine Möglichkeit wäre, dass ein solches System über die Ausgabe von Parkmünzen funktioniert. Die Geschäftsleute kaufen die Münzen von der Stadt und geben sie ab einem bestimmten Einkaufswert an die Kunden weiter, die sie wie Bargeld in den Parkautomaten einwerfen können. Voraussetzung sind entsprechende Automaten.

Die zweite Möglichkeit ist die Entwertung der Parktickets durch die Gewerbetreibenden. Sie ist nur möglich, wenn die Gebühren erst nach dem Parken bezahlt werden, indem das Ticket in den Parkautomaten gesteckt wird, und erfordert ebenfalls passende Automaten.

Dritte Alternative: die Rückerstattung durch einen Nachlass auf die Einkaufssumme. Dabei gewähren die Geschäfte einen Rabatt gegen die Vorlage eines Parkschein-Abschnittes.

Und die vierte Möglichkeit: die Ausgabe eines Gutscheins durch die Einzelhändler.

Wie in der Bachelor-Arbeit dargestellt, bevorzugten die meisten der befragten Geschäftsleute die Rückerstattung durch einen Nachlass auf die Einkaufssumme – ebenso die Verwaltung. Der Vorteil: Bei diesem System könnten wahrscheinlich die bestehenden Parkautomaten genutzt werden. An den von ihnen ausgegebenen Parkscheinen gibt es schon Abschnitte, die in den Geschäften für die Gewährung eines Rabattes vorgelegt werden könnten. Dadurch würden sich die Kosten übersichtlicher gestalten.

Aber nicht nur die Geschäftsleute und die Stadt haben ein Wörtchen mitzureden – die ETMG will auch die Kunden zu Wort kommen lassen und greift deshalb auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum zurück. Unter der Leitung des Wirtschaftslehrers Per Hansen werden die angehenden Kaufmännischen Assistenten einen Fragebogen entwickeln und im November Passanten in der Innenstadt zu ihren Wünschen befragen. Die Ergebnisse sollen noch im Dezember der Verwaltung präsentiert werden.

„Wichtig ist neben der empirischen Arbeit, dass die Schüler den demokratischen Prozess miterleben“, erklärt Per Hansen. „Alle Beteiligten werden einbezogen, Vor- und Nachteile werden abgewägt. Und weil das System bald umgesetzt werden soll, haben die Schüler es mit einem ganz konkreten und realitätsnahen Projekt zu tun.“ Die Zusammenarbeit zwischen ETMG und BBZ hat sich bewährt. Schon mehrmals haben Berufsschüler Umfragen mit wirtschaftlichen oder touristischen Themen durchgeführt und ausgewertet. Zuletzt ging es um die Ausbildungsbereitschaft Eckernförder Betriebe.

Bernt Wellhausen, stellvertretender Leiter des BBZ, ist dankbar für den Einsatz junger Kollegen wie Per Hansen, sich über den schulischen Rahmen hinaus zu engagieren. „Mit den jungen Lehrern kommen neue Ideen und viel Engagement an die Schule.“ Denn eine empirische Arbeit dieses Ausmaßes ist im Lehrplan nicht gefordert. Per Hansen: „Aber ich merke, wie die Schüler an diesen Aufgaben wachsen.“

>Die Schüler werden ihre Umfrage am 7. November starten und bis zum 14. November Menschen in der Innenstadt zum Rückerstattungssystem befragen.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 06:01 Uhr

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