Gildefest : Gelbe Westen feiern ihr Fest

Das Königspaar 2012, Günter Hudemann mit Frau Dagmar, wird durch den neuen Regenten am kommenden Dienstag abgelöst. Foto: Archiv
Das Königspaar 2012, Günter Hudemann mit Frau Dagmar, wird durch den neuen Regenten am kommenden Dienstag abgelöst. Foto: Archiv

Bürgerschützengilde eröffnet den Gildereigen mit dem Ausschießen ihres neuen Königs und dem Kindergildefest am Dienstag nach Pfingsten.

shz.de von
16. Mai 2013, 07:41 Uhr

Eckernförde | Das 443. Gildefest der Bürgerschützengilde von 1570 (Gelbe Westengilde) steht vor der Tür: Am Pfingsmontag, 20. Mai, werden Vogelmast und Schießzelt an der Strandpromenade auf Höhe der Stadthalle aufgebaut, damit die Gildebrüder am Dienstag, 21. Mai, ihren neuen König ermitteln können. Überhaupt ist der Dienstag der Haupttag - er beginnt für die Gildebrüder in aller Frühe: Um 6 Uhr ist Wecken durch den Spielmannszug angesagt, um 7 Uhr Gildeappell im Ratskeller. Wenn der neue König ermittelt ist - die offizielle Königsproklamation erfolgt um 20 Uhr im Stadthallenrestaurant - endet auch die Regentschaft von König Günter Hudeman, dem "Hilfreichen", und seiner Königin Dagmar.

Auch der Nachwuchs ermittelt sein neues Königspaar beim öffentlichen Kinderfest von 15 bis 17 Uhr auf dem Stadthallenvorplatz. Vorher findet der Kinderumzug vom Rathausmarkt zur Stadthalle statt, angeführt vom noch amtierenden Königspaar Lena Kruse und Darren Kornath.

Die Gilde ist die älteste urkundlich verbriefte Bürgervereinigung in Eckernförde und wurde 1570 aus der Kaufmannschaft heraus zum Schutz des Eigentums der Bürger und zur Hilfe bei Todesfällen als bewaffnete Gemeinschaft gegründet. War die Gilde ursprünglich uniformiert, so tragen die Gildebrüder heute als Festkleidung einen schwarzen Anzug, weißes Hemd mit weißer Fliege und einen schwarzen Zylinder. Ein besonderer Schmuck ist die gelbe Weste mit goldglänzenden Knöpfen, sie ist bis heute als Markenzeichen und als Beiname geblieben.

Während des zweiten Weltkrieges verlor die Gilde ihre Eigenständigkeit, und erst ab 1951 konnte wieder ein Gildefest gefeiert und mit historischen Gewehren auf den Papagoyenvogel um die Königswürde geschossen werden. Die Gilde ist heute eine Traditionsgemeinschaft. Die Mitglieder möchten das Gildebrauchtum als Bestandteil der Stadtgeschichte erhalten und weitergeben. Dazu trägt auch das jährlich wiederkehrende Gildefest zu Pfingsten bei.

Die aktuelle Gildefestschrift liegt in Geschäften zum Mitnehmen aus.

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