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Schleswig-Holstein Musik Festival : Geistreich komisch und von grandiosem musikalischen Können

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Canadian Brass“ begeistert Publikum im Kuhhaus auf Gut Altenhof.

Altenhof | Außergewöhnliches gab es am Dienstagabend im Kuhhaus von Gut Altenhof zu hören und zu sehen: Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals spielten und agierten die fünf Bläser von „Canadian Brass“: Chuck Daellenbach (Tuba), Christoffer Coletti (Trompete), Caleb Hudson (Trompete), Achilles Liarmakopoulos (Posaune und Bernhard Scully (Horn).

Mit handfestem Witz, feinem Humor und meisterhaftem Können brachten sie den gesamten Saal zu begeistertem Beifall, Bravorufen, ungebremstem Dielentrampeln und immer wieder herzhaften Lachsalven.

So ziehen sie zu Beginn ein wie eine Straßenband in New Orleans, und man denkt gleich: Schwarze Anzüge zu weißen Turnschuhen – also wohl nicht den Traditionen verhaftet. Weit gefehlt, denn kaum auf der Bühne, geben sie fantastische Interpretationen aus Renaissance-Zeiten zum Besten. Ein Stück altes Venedig folgte, die Bläser verteilten sich im Raum – ein Rundumerlebnis. Die Moderation von Chuck Daellenbach in herrlich gebrochenem Deutsch ließ schmunzeln, Bachs „kleine“ Fuge in g-moll wurde großartig gespielt. Erst erstaunte Stille, dann brauste stürmischer Beifall auf.

Den Atem verschlug es einem endlich, als die unvergesslichen Fünf aus Schumanns „Carnaval“ spielten, so abgehoben und virtuos, wie sie später beschwingt auch Walzer und unter verbalen Ergänzungen Beatles‘ „Penny Lane“ (mit glänzender Piccolo-Trompete) abfeierten. Hurrah-Geschrei und vielstimmiges Pfeifen im Publikum – in der Konzertscheune war man aus dem Häuschen.

Ein lockeres, nicht festgeschriebenes Programm nahm schlenkernd seinen Lauf, und kam nach der Pause erst noch richtig in Schwung. Die amüsanten Sprüche am Mikro hielten die Stimmung hoch, und dann kam das Thema „Ballett“.

In ihrer grenzenlosen Begeisterung für das Ballett tanzten die Bläser zur selbstgemachten „Schwanensee“-Musik in immer neuen Formationen, mit zierlichen Tippelschrittchen, die Tuba mit mehrfach geglückter Rundumdrehung, die Posaune im rosa Tüllröckchen – das Publikum bekam sich vor Vergnügen gar nicht mehr ein. Beethovens „Elise“ folgte mit vielen neuen, hochkarätigen Variationen und im überraschenden Orchesterklang. Und zum Abschluss zwei Trompeter, von denen einer gleich beide Instrumente bedient, während der andere Däumchen dreht.

Vergnüglich, eine ungewohnte Mischung aus geistreicher Komik und grandiosem musikalischem Können – den Musikern selbst und dem angezündeten Publikum zur ganz großen Freude.

> www.canadianbrass.com

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