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Spielsucht : Gegen Spielsucht in den Live-Parcours

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Förde Akademie, Landesstelle für Suchtfragen und Initiative Droge 70 organisieren Parcours für spielsüchtige Jugendliche im Hochseilgarten Altenhof

Altenhof | Jugendliche verbringen immer mehr Zeit in der digitalen Welt und weniger in der Natur. Hier will die Förde Akademie Altenhof in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein und der Initiative Droge 70 in einer Kooperation ansetzen. Mit einem Projekt gegen Spielsucht wollen sie den Jugendlichen helfen.

Mit ihrem Projekt im Hochseilgarten Altenhof haben die Partner ein Konzept entwickelt, das die Kinder und Jugendlichen in ihrer gewohnten Welt lässt und zugleich in die Natur lockt. Der Hochseilgarten wurde von Inhaber Hennig Rohweder und seinem Team zu einem „Jump and Run Parcours“ umgebaut. Dieser soll eine Verbindung des Videospiels mit dem realen Klettern herstellen. „Zuhause drücken sie halt nur Knöpfe. Hier müssen sie darauf achten, dass sie selber springen, klettern und die Aufgaben meistern“, verdeutlichte Rohweder den Unterschied zwischen Spiel und Wirklichkeit.

Die Kooperationspartner hoffen, dass sie auf diese Weise eine Brücke zu den Suchtkranken und Gefährdeten schlagen können. Nach der Klettertour soll immer eine kurze Gesprächsrunde folgen, in der sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren Lehrern und den Trainern über die Aktion und über Spielsucht austauschen. „Wir werden da absolut wertfrei herangehen, denn von Verurteilungen hat keiner etwas“, betont Rohweder.

Um diese Möglichkeit bieten zu können, musste im Hochseilgarten nicht viel verändert werden. „Einige Hindernisse waren dafür schon da, andere haben wir zusätzlich eingebaut“, erklärte Rohweder. Als Basis diente der Parcours 2B, der als leicht eingeschätzt wird. „Wir wollen die unerfahrenen Kletterer ja nicht gleich überfordern.“

Um die Anforderungen einmal zu testen, absolvierte das Team, das auch in Zukunft den Parcours begleiten wird, die Strecke. Schon am Anfang kam die erste Überraschung. Die Teilnehmer bekamen einen Becher mit Wasser an den Knöchel geschnallt. Ziel war es möglichst wenig Wasser zu verschütten, denn dieses wird für die letzte Aufgabe benötigt. Auf den Seilbahnen musste zudem nicht nur darauf geachtet werden, dass kein Wasser verschüttet wird, sondern auch ein kleiner Ball in eine Reuse geworfen werden. Für jeden Treffer gibt es am Ende extra Wasser. Insgesamt gab es drei Seilbahnen. Zusatzpunkte konnten auch an anderen Stellen erworben werden. Auf einem Fass balancieren, „Bienenkörben“ ausweichen und mithilfe von Baumstämmen eine Glocke zum Läuten bringen, waren die Aufgaben.

Schon bei den geübten Kletterern wurde deutlich, dass der Parcours durchaus seine Tücken hat und an einigen Stellen sehr anstrengend ist. Natürlich sind alle Teilnehmer während des Parcours durch Seile gesichert. „Für Kinder haben wir spezielle Sicherungen, die sie nicht selber öffnen können. So werden Unfälle absolut vermieden“, betont Rohweder. Doch die Trainer hatten auch eine Menge Spaß bei der Aktion. „Das ist mal was anderes, es ist absolut anstrengend, aber bietet sehr viel Spaß“, sagt Trainerin Inga Dauskardt keuchend.

Es wurde immer herzlich gelacht, wenn jemand sein Wasser verlor und am besten noch jemanden dabei nass machte. Allerdings halfen sich die Trainer auch an den einzelnen Stellen. „Das ist auch so gewünscht. Wir wollen, dass sich auch die Gruppen später helfen müssen, um das Ziel zu erreichen“, sagt Rohweder.

Nach dem Parcours fand sich die Gruppe bei einem Steigrohr ein, das mit dem gesammelten Wasser gefüllt werden sollte. In diesem Steigrohr befand sich eine Plastikflasche mit einem Code, der eine Schatztruhe öffnet. „Den Inhalt bestimmen dann später die Lehrer“, erklärt Rohweder. Das Steigrohr war mit vielen Löchern versehen, die die Gruppe zuhalten musste, damit kein Wasser austreten kann. Interessant wurde es, als die Gruppe den Code in der Hand hielt, denn nun musste das Steigrohr losgelassen werden, und das Wasser spritze heraus.

Das komplette Programm soll etwa fünf Stunden umfassen und neben dem praktischen Teil auch etwas Theorie beinhalten. Bei großen Gruppen, soll erst eine Hälfte den Parcours absolvieren, die andere darf frei klettern. Zum Abschluss setzt man sich zusammen und redet über die Erlebnisse des Tages. „Wir haben auch schon einige Anmeldungen. Generell werden wir diese Aktion nur auf Anfrage veranstalten“, betont Rohweder. Die Teamer hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß und gehen davon aus, dass es den Kindern genauso gut gefallen wird wie ihnen.


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erstellt am 11.Apr.2016 | 06:05 Uhr

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