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Geflügelzüchter feiern 125-jähriges Jubiläum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Rassegeflügelzüchterverein Eckernförde und Umgebung feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der Vorstand eine umfassende Broschüre zusammengestellt, die die Entwicklung zusammenfasst.

Im Gründungsjahr 1888 galt in Eckernförde nur die Pferde- und Rinderzucht. Es fanden sich 20 Männer zusammen, um dem entgegenzuwirken und die Nutzgeflügelzucht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern. Karl Fröbe, erster Vorsitzender des Vereins, machte auf die hohe ökonomische Bedeutung aller Geflügelzuchtprodukte – Eier, Fleisch und Federn – aufmerksam und forderte unter anderem die Gründung von Zuchtstationen, Blutauffrischungen und den Vergleich von Futtergeld und Eiergewicht. Im Jahr 1896 häuften sich Besichtigungen, Versammlungen, Vorträge und Aussprachen der Vereinsmitglieder. So wuchsen die Bestände.

Neben den verschiedenen reinrassigen Hühnern waren vor allem die Toulousergänse beliebt, ein richtiger Geflügelzüchter hielt sich zudem ein paar Tauben und Enten. Das war die richtige Vielfalt im Verein, um die erste eigene Geflügelschau, eine Kreisschau, zu veranstalten. Von da an vervielfältigte sich die ursprüngliche Mitgliederzahl mehrfach. Fachleute kamen von weit her um „Zuchtmaterial“, wie es hieß, zu kaufen. Die Eckernförder Rassegeflügelzüchter gewannen in den Folgejahren Diplome, Preise und Staatsmedaillen. 1898 wurde der Verein zum vollwertigen Mitglied des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Rassegeflügelzüchter. Die Jahre der Erfolge und Anerkennung begannen.

Nach dem Ersten Weltkrieg jedoch bliebt dem Verein nur ein kleiner Stamm treuer Mitglieder erhalten. Nach der Inflation legten sechs Mitgliedern den Grundstein für den Wiederaufbau. Aus der Zeit des nationalsozialistischen Regimes sind keine Vereinsunterlagen vorhanden. Im Zweiten Weltkrieg kam schließlich alle Vereinsarbeit zum Erliegen. 1946 ging es weiter. Der Neubeginn war jedoch schwer, da alle Schritte des Vereins der Genehmigung durch die Militärregierung bedurften. Trotz allem stieg die Mitgliederzahl wieder an, es fanden wieder Vorträge, Lichtbildpräsentationen und Tierbesprechungen statt. Das bisher größte Ereignis des Vereins war das Fest zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1988 mit der zugehörigen Jubiläumsausstellung.

Heute veranstaltet der Verein jährlich ein Hähnewettkrähen, im Frühjahr eine Kükenschau, im Herbst eine Kleintierschau und monatliche Versammlungen. Zum 125-jährigen Bestehen gratuliert unter anderem die Stadt Eckernförde. So schrieb die Bürgervorsteherin Karin Himstedt, dass der Verein durch die Züchtung von seltenen Rassen aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt für nachfolgende Generationen beitrage. Außerdem bereichere er durch seine Küken- und Kleintierschauen das kulturelle Leben Eckernfördes. Auch der Bund deutscher Rassegeflügelzüchter und der Landesverband Schleswig-Holsteinischer Rassegeflügelzüchter gratulierten und danken vor allem der Vorsitzenden Erika Will-Symnick für ihr jahrelanges Engagement. Diese freut sich, dass der Verein trotz aller Höhen und Tiefen immer wieder zusammen gefunden habe. „Ich wünsche mir, dass es auch in Zukunft immer wieder Züchter gibt, die den Verein erhalten und voranbringen“, schreibt sie in der Jubiläumsbroschüre.

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erstellt am 23.Aug.2013 | 10:27 Uhr

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