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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 00:16 Uhr

Gedenken der Opfer ist auch Mahnung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Volkstrauertag: Kranzniederlegung auf dem Friedhof Schleswiger Straße

Die Terroranschläge in Paris und das damit verbundene Leid vieler hat auch die Menschen in Eckernförde tief bewegt. Bei den Gedenkfeier zum Volkstrauertag, die gestern auf dem neuen Friedhof an der Schleswiger Straße stattfand, wurde nicht nur der Opfer von Krieg und Diktatur gedacht, sondern auch der Opfer des Terrors von Paris.

Bürgervorsteherin Karin Himstedt sagte nach der Kranzniederlegung mit Bürgermeister Jörg Sibbel und dem Standortältesten, Fregattenkapitän Bernd Ufermann, dass der Terror nicht das letzt Wort haben dürfe. Freiheit und Demokratie müssten jeden Tag energisch verteidigt werden. „Wir müssen alle gemeinsam denen entgegentreten, die Hass und Angst schüren“, sagt Karin Himstedt in ihrer Rede.

Mit Blick auf den rechten Populismus gegen die Flüchtlingspolitik betonte die Bürgervorsteherin, dass sich die Gesellschaft schützend vor die Flüchtlinge stellen müsse. Agitatoren und Brandstifter dürfte nicht den Eindruck bekommen, dass eine schweigende Mehrheit hinten ihnen stehe. Sorgen der Bürger müssten aber ernst genommen werden. Auf der einen Seite müssten Fragen geklärt werden, wie Unterkünfte organisiert und Verfahren beschleunigt werden könnten, auf der anderen Seite müssten die Menschen mitgenommen werden, die auf Dauer in Deutschland bleiben. „Integration bedeutet Anstrengungen – für die, die zu uns kommen, aber auch für die, die schon da sind“, sagte Himstedt.

Die Bürgervorsteherin erinnerte an das Kriegsende vor 70 Jahren. Seitdem lebe man in Frieden. Ein hohes Gut, das verteidigt werden müsse. Daher dankte sie der Bundeswehr anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens: „Die Bundeswehr verdient einen Platz in der Mitte der Gesellschaft.“ Dabei gehe es ihr nicht um Militarisierung, sondern vielmehr um die Anerkennung der Menschen, die im staatlichen Auftrag Gesundheit und Leben riskieren. Zudem, so Himstedt weiter, habe Deutschland „25 Jahre deutsche Einheit gefeiert“ – ebenfalls ein mit großen Anstrengungen verbundener Prozess.

Der Luxus, in Frieden und Freiheit zu leben, sei vielen Menschen auf der Welt nicht vergönnt, sagte Eckernfördes Bürgervorsteherin in ihrer Ansprache. Viele seien auf der Flucht vor Gewalt, andere hätten mit dem Leben bezahlen müssen. Der Volkstrauertag sei daher auch eine ständige Mahnung an alle, auch für die Menschen Verantwortung zu übernehmen, wenn sie in Deutschland Zuflucht suchten.

Stimmungsvoll rahmte der Posaunenchor unter Leitung des Borbyer Pastors Rainer Kluß den Volkstrauertag ein. Die Musiker spielten „Verleih und Frieden gnädiglich“, ein Gebet Martin Luthers für den Frieden und Bachs Kantate nach Luthers Choral „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“. 

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erstellt am 16.Nov.2015 | 06:56 Uhr

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