Imland-Klinik : Geburtshilfe ja, Kinderstation nein

An der Eckernförder Imland-Klinik soll eine Million Euro für die Einrichtung einer geriatrischen Abteilung investiert werden.
Foto:
1 von 2
An der Eckernförder Imland-Klinik soll eine Million Euro für die Einrichtung einer geriatrischen Abteilung investiert werden.

Der Hauptausschuss des Kreises hat eine Empfehlung für den Kreistag beschlossen: Die entscheidende Sitzung findet am 4. September statt.

shz.de von
25. August 2017, 06:05 Uhr

Eckernförde | Der Hauptausschuss des Kreises hat sich gestern einstimmig dafür ausgesprochen, die Geburtshilfe an der Imland-Klinik Eckernförde aufrechtzuerhalten und als „Modifizierte Dependance-Lösung“ fortzuführen. Das beinhaltet eine Hauptstation, bei der die Funktion des Chefarztes von zwei bisherigen Belegärzten wahrgenommen werden soll. Die Versorgung durch Hebammen soll vorzugsweise über „rechtskonforme Beleghebammenverträge“ gewährleistet werden.

Gegen die Stimmen der SPD wird dem Kreistag zudem empfohlen, die Drei-Betten-Kinderstation in Eckernförde nicht wieder zu eröffnen. Im Gegenzug soll die Kinderstation in Rendsburg um drei auf 21 Betten erweitert werden und die Neugeborenversorgung in Eckernförde über einen pädiatrischen Konsildienst sichergestellt werden. Der Kreistag wird auf einer Sondersitzung am Montag, 4. September, 16 Uhr, eine abschließende Entscheidung treffen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Kai Dolgner kündigte an, im Kreistag erneut einen Vorstoß zugunsten einer Kinderstation in Eckernförde zu unternehmen. Er machte deutlich, dass die Schließung von Geburtshilfe und Kinderstation zwar die wirtschaftlichste Lösung wäre, aber die Versorgung der Bevölkerung einen höheren Stellenwert habe. Daher setze sich die SPD dafür ein, die Imland-Klinik beim Betrieb der Geburtshilfe und der Kinderstation zu unterstützen. 50 Prozent der nachgewiesenen Mehrkosten sollen vom Kreis übernommen werden. Die Sozialdemokraten wollen den Zuschuss auf eine halbe Million Euro begrenzen. Im Hauptausschuss konnten sie sich mit diesem Vorschlag jedoch nicht durchsetzen.

Ausschussvorsitzender Jörg Hollmann (CDU) dankte allen Fraktionen und der Verwaltung für ihr Engagement, in der Sommerpause an konstruktiven Lösungen für die Imland-Klinik Eckernförde mitgewirkt zu haben. Zudem bekräftigte er, dass die grundsätzlichen Diskussionen über die Zukunft von Geburtshilfe und Kinderstation keineswegs unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollten. Sowohl im Hauptausschuss als auch im Kreistag werde man sich damit öffentlich auseinandersetzen. Nur Aspekte wie beispielsweise Vertragsangelegenheiten seien in diesem Zusammenhang hinter verschlossenen Türen zu beraten. Hollmann reagierte damit auf Kritik aus den Reihen der SPD. Fraktionschef Dolgner hatte in einer am Dienstag verschickten Pressemitteilung kritisiert, dass die Verwaltung die Imland-Debatte im Hauptausschuss ursprünglich zur Gänze nichtöffentlich geführt sehen wollte. Tatsächlich hatte der Fachbereich Zentrale Dienste den Tagesordnungspunkt Imland-Klinik in der Einladung zur Sitzung mit dem Vermerk „voraussichtlich nicht öffentlich“ versehen. Nach den Worten von Hollmann ist dies jedoch ein Versehen gewesen.


zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen