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Imland-Klinik Eckernförde : Geburtshilfe: Entscheidung noch im Juli

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreis Rendsburg-Eckernförde und Klinik-Geschäftsführung warten auf das dritte Gutachten. Geburtenzahl im Mai wieder auf gut 50 gestiegen.

Eckernförde | Die Geburtshilfe an der Imland-Klinik Eckernförde befindet sich seit zwei Monaten in einer Übergangsphase mit ungewissem Ausgang. Nach den rechtlichen und vertraglichen Turbulenzen um die Begleitung von Risikoschwangerschaften und die Vergütung der Belegfrauenärzte und -hebammen wird die Geburtshilfe als Hauptstation geführt. Niemand weiß derzeit, ob die Abteilungsstruktur so bleiben wird, oder ob man doch wieder zu einem Belegsystem zurückkehren wird. Diese Frage ist Gegenstand der momentanen Begutachtung, die der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Eigentümer der Klinik in Auftrag gegeben hat. Alle Betroffenen hoffen, dass die Ergebnisse des Gutachtens Ende Juni vorliegen und der Kreistag dann noch vor der Sommerpause im Juli eine Entscheidung über die künftige Organisationsform der geburtshilflichen Abteilung trifft. Auch die Zukunft der offiziell nicht mehr existenten Kinderstation steht auf dem Spiel.

Der ausgeschiedene CDU-Ratsherr Jörg Hollmann, der gleichzeitig als Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender des Hauptausschusses des Kreises Einfluss auf die Zukunft der Geburtshilfe und Kinderstation in Eckernförde hat, forderte in seiner Abschiedsrede vor der Ratsversammlung alle Beteiligten dazu auf, für den Erhalt der Geburtshilfe und den Klinikstandort zu kämpfen (wir berichteten). Gegenüber unserer Zeitung ging er auf die internen Stellungnahmen des Gesundheitsministeriums und der Ärztekammer ein (siehe Info-Kasten unten), die an die Imland-Klinik verschickt worden seien. Das Ministerium hätte erklärt, dass die Geburtsklinik Eckernförde der Versorgungsstufe IV wegen der umliegenden Geburtsstationen in Schleswig, Rendsburg und Kiel keine Chance habe, zu einem perinatalen Schwerpunkt der Stufe III zu werden, der eine eigene Kinderstation haben muss und auch Frühchen ab der 33. Schwangerschaftswoche und mindestens 1500 Gramm betreuen darf. Weder das Ministerium noch die Ärztekammer sähen sich veranlasst, weitergehende Prüfungen hinsichtlich der in Eckernförde durchgeführten Risikogeburten vorzunehmen, weil „dieser Mangel“ inzwischen abgestellt sei, so Hollmann. Jetzt gehe es darum, „so viel wie möglich vom Guten rüberzunehmen und das Machbare umzusetzen“. Bis Ende Juni laufe das Mediationsverfahren zwischen den Belegern und der Klinik, bis Ende Juni erwartet Hollmann auch gutachterliche Hinweise, wie die Geburtshilfe künftig geführt werden kann.

Der Betrieb laufe nach der Umstellung rechtssicher, sagte Imland-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen auf EZ-Anfrage. Die Zahl der Geburten sei im Mai wieder „erfreulich hoch“ und liege mit gut 50 fast auf Vorjahresniveau (826 Geburten, die Red.), nachdem es im April einen Einbruch auf 33 Geburten gegeben habe. Die Hauptabteilung sei immer doppelt mit einem Facharzt im Vordergrunddienst und einem in Rufbereitschaft besetzt und biete „maximale Sicherheit“ für Mütter und Neugeborene. Zudem gebe es einen kinderärztlichen Rufdienst. Laut Johannsen seien auch die 13 Beleghebammen weiter für die Geburtshilfe tätig, die seit Monaten keine Ausgleichszahlungen in Höhe von 150 Euro pro Geburt für hebammenferne Dienstleistungen mehr erhalten. Man warte jetzt das Gutachten ab und hoffe auf eine zügige Entscheidung der Gremien. „Wenn es rechtlich zulässig ist, wäre die Rückkehr zum Belegsystem auch ein Weg“, sagte der Geschäftsführer.

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erstellt am 01.Jun.2017 | 06:21 Uhr

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