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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 11:39 Uhr

Geborgen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Tod eines geliebten Menschen stimmt uns traurig und vor allem: sehr schmerzvoll. Der Verstorbene fehlt. Überall. In jedem Moment. Dieser Schmerz ist nicht zu beschönigen oder klein zu reden. Jede Begegnung mit einem Trauernden macht das spürbar. Niemand kann den Verstorbenen ersetzen. Seine Stimme, seine Gesten, sein typisches, einzigartiges Verhalten……….. all das fehlt und lässt uns den Verlust zutiefst schmerzvoll erfahren.

Für Trauernde entspricht das Leben nach dem Verlust eines vertrauten Menschen einer Wüstenwanderung. Nichts ist mehr so wie vorher. Die Endgültigkeit ist so schwer zu ertragen, da das gute, liebgewordene Zusammenleben nicht mehr existiert. Die Zeit nach dem Verlust empfinden Trauernde kaum noch als „Leben“. Es entspricht eher einem Funktionieren. Nahezu alles gleicht einer Wüste. Kein fruchtbares Land ist in Sicht.

In solchen schweren Phasen werden Menschen zu „Engeln“ (also Boten Gottes), die auf die Trauernden zugehen. Menschen, die die Trauernden in eine warme, einfühlsame und menschenfreundliche Gemeinschaft einbetten. Die einfach nur da sind. Mitunter ohne Worte.

Niemand darf in seiner Trauer allein bleiben. Gemeinsam lässt sich der Weg aus der Wüste herausfinden, um Schritt für Schritt zurück ins Leben zu finden.
Genau davon weiß Bettina nach dem Tod ihrer kleinen Tochter zu berichten: „ In der Gruppe spürte ich, dass irgendwann ein Licht am Ende des Tunnels zu finden ist.“

Niemand verlässt diese Lebenswelt einfach so. Keiner geht, wenn er stirbt, verloren. Der Verstorbene ist gegangen, aber er wird in Gottes Welt ankommen. Auch im Tod ist und bleibt er immer noch ein Geschöpf, mit dem Gott in Beziehung bleibt. Zu wertvoll ist jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit und seiner individuellen Kostbarkeit, als dass Gott ihn verloren geben könnte. Wenn nun Gott auch im Sterben und im Tod an unserer Seite bleibt, dann entspricht diese Verbindung mit Gott immer noch Leben. Das bedeutet: unsere Wege gehen weiter. Sie gehen weiter, als unser Auge und Verstand es erfassen können. Sie gehen über den biologischen Tod hinaus. Unser Gehen aus dieser Welt wird so zu einem Ankommen.

Davon erzählen alle Gottesdienste am morgigen Toten-/Ewigkeitssonntag. Wir sind und wir bleiben: Von guten Mächten wunderbar geborgen! Alle. Die, die uns verließen. Und wir, die wir hier weiterleben. „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“

(Wenn Kinder einen Tod zu verarbeiten haben, empfehle ich folgendes Bilderbuch: „Wo die Toten zu Hause sind“ von Hubka/Hammerle)

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erstellt am 21.Nov.2014 | 11:39 Uhr

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