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3. Existenzgründermesse im TÖZ : Geballtes Know-How für Existenzgründer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

21 Aussteller haben bei der 3. Existenzgründermesse der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises im TÖZ künftige Unternehmer beraten. Die Fachkompetenz war breit gestreut von der Finanzierung bis zur Unternehmensberatung.

Vom Global Player in Sachen Franchise bis zum Unternehmensberater für kleine Firmen in der Region reichte gestern die Expertenrunde für kommende Firmenchefs bei der 3. Existenzgründermesse in der Aktiv-Region in Technik- und Ökologiezentrum (TÖZ). Geballtes Wissen also rund um die professionelle Umsetzung einer Idee bis zum Aufbau und zur Expansion junger Unternehmen, potentielle Existenzgründer brauchten nur zuzugreifen. 21 Unternehmen, Banken, Versicherungen, Steuer- und Unternehmensberater, die Handwerkskammer und Arbeitsagentur, Krankenkassen und Wirtschaftsförderer bildeten ein sehr dichtes Informations- und Beratungsnetzwerk, mit dessen Ratschlägen der Weg in die Selbstständigkeit eigentlich gelingen sollte. Eröffnet wurde die Messe vom Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Pascal Ledune. Bürgermeister Jörg Sibbel begrüßte die Teilnehmer im Namen der Stadt Eckernförde.

Einer, der es in seiner Branche weit gebracht hat, ist Reinhard Wingral. Angefangen hat der Betriebswirt im Controlling im Ostseebad Damp, er war in den 80er Jahren Geschäftsführer des Schlagzeug-Becken-Herstellers Paiste in Schacht-Audorf und wurde dann „vom Franchise-Virus“ gepackt. Er machte sich selbstständig, zog ins TÖZ und baute dort seine Global Franchise AG auf. Nach 15 Jahren hat er das TÖZ verlassen und arbeitet nun von zu Hause aus. Wie gefragt er ist, zeigt unter anderem seine Dozententätigkeit, die ihn in die ganze Welt führt, Unlängst war er auf Einladung der Regierung in Kasachstan, um dort an der Universität das Franchise-Systen vorzustellen: Man braucht eine gute Idee, ein funktionierendes und expansionswilliges Unternehmen – den Franchisegeber – und interessierte Unternehmer – Franchisenehmer –, die dieses Konzept im regionalen Markt platzieren möchten. Nähmaschinenfabrikant Singer war schon 1863 der erste Franchisegeber in Deutschlandaus, Max Schmeling mit seiner Coca Cola-Lizenz der erste berühmte Franchisenehmer. Mittlerweile sind viele bekannte Unternehmen wie Arko, TUI, Blume 2000 oder Point S auf diesen Zug des Konzessionsverkaufs aufgesprungen. Wingral selbst hat 300 Franchiseprojekte begleitet, über 1200 Existenzgründer beraten und hält als Mehrheitsaktionär mehrere Beteiligungen, die der 61-Jährige in den nächsten Jahren verkaufen möchte, um sich allmählich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen.

Einen ganz anderen Weg hat Betriebswirt Hans-Georg Billmann beschritten. Er war 30 Jahre bei der IHK – davon 25 Jahre in Kiel – in Sachen Berufsbildung, und Existenzgründung im Einsatz und hat sich 2011 mit der Billmann Consult Unternehmensberatung im TÖZ selbstständig gemacht. Er berät kleine Betriebe vom Ein-Mann-Unternehmen bis zur kleinen, mittelständischen Firma. 70 Unternehmen hat er seitdem in die Selbstständigkeit geführt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Billmann. Dass er selbst bereits kurz vor seinem 65. Geburtstag und damit dem Eintritt ins Rentenalter steht, stört ihn überhaupt nicht: „Dann darf ich richtig loslegen.“ Existenzgründern gibt er folgenden Tipp mit auf den Weg: „Es ist wichtig, eine Idee zu finden, die zu einem passt“. Er selbst scheint sie gefunden zu haben. Auf Youtube ist unter dem Stichwort „Best Ager“ auch ein Filmbetrag über ihn zu finden.

Aus dem thüringischen Apolda ist Hans-Werner Preuhsler angereist – allerdings ohne entsprechenden Dialekt. Der Vereinsvorsitzende der Initiative Regionalgenossenschaften ist waschechter Schleswig-Holsteiner, stammt aus Friedrichsort und war 20 Jahre in der Gemeindevertretung in Borgstedt aktiv. Er hat seinerzeit die Idee der Markttreffs mitentwickelt und möchte in seiner neuen Funktion dafür sorgen, dass vor Ort in den Gemeinden und Regionen zivilgesellschaftliche „Ermöglichungsstrukturen“ geschaffen werden. Ausgangspunkt ist immer das bürgerschaftliche Engagement der Menschen vor Ort, sagt Preuhsler, der die Aktivitäten fördert und mit seinem Netzwerk und Know-How unterstützt. Mit dem Konzept „Projektschule Museum“ möchte er beispielsweise zur Belebung der Museen durch bürgerschaftliches Engagement beitragen.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 06:06 Uhr

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