"Gebäude oder Menschen"

Propst Matthias Krüger
Propst Matthias Krüger

Synodale diskutieren über Zukunftsthemen des Kirchenkreises

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31. Mai 2013, 03:59 Uhr

Rendsburg | 25 Prozent weniger Kirchensteuern, weniger Kirchenmitglieder aufgrund des demographischen Wandels, weniger Pastoren, ein hoher Gebäudebestand: Das sind die Prognosen, mit denen der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde im Jahr 2025 rechnet. Um vorbereitet zu sein, hat der Kirchenkreisrat den Prozess "Zukunftsfähig 2025: Kirche in Rendsburg-Eckernförde. Wir entwickeln uns." im Mai vergangenen Jahres auf der Kirchenkreissynode gestartet. Auf der Synode am Mittwoch stellten sich zum ersten Mal die vier Arbeitsgruppen den Synodalen in den Räumen des Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtungen vor.

Dr. Maike Tesch von der Arbeitsgruppe Ressourcen stellte die zu erwartenden Zahlen für 2025 vor: sinkende Einwohnerzahlen für den Kreis Rendsburg-Eckernförde, mehr ältere und weniger jüngere Menschen, weniger Pastoren. "Welche Auswirkungen hat das auf uns? Wie verändern sich dadurch die Kirchengemeinden?" Dies seien Fragen, mit denen sich die Arbeitsgruppe beschäftige.

Pastor Thomas Heik stellte die Arbeitsgruppe Gemeinde vor. Mit drei Themenkreisen beschäftige sich das Team: Kriterien für Pfarrstellenschlüssel, Mindestausstattung für Gemeinden und Gestaltung von Pfarrstellen.

Von der Arbeitsgruppe Gebäude berichtete Silke Becker-Nielsen. 48 Kirchen gehören zum Kirchenkreis, mehr als die Hälfte davon steht unter Denkmalschutz. Dazu kommen zehn Kapellen, 13 Friedhofskapellen, 46 Gemeindehäuser, 63 Pastorate und 55 sonstige Gebäude. Nicht mit aufgeführt sind die Kitas. Diese Gebäude müssten in Stand gehalten werden, so Becker-Nielsen. "Die Finanzmittel werden aber sinken." Deshalb müssten Kirchenkreis und Gemeinden von dem Gebäudestand runterkommen, meinte sie.

Die Arbeitsgruppe Kirchenkreisprofil und gesellschaftliche Verantwortung wurde von Pastorin Heidi Kell vorgestellt. Was ist evangelisch? Wozu haben wir einen Kirchenkreis? Das sind Fragen, die sich die Mitglieder stellen.

Deutlich wurde, dass keine der Arbeitsgruppen fertige Lösungen hat. "Das ist auch nicht das, was wir wollen", so Propst Matthias Krüger. "Wir möchten ein Meinungsbild erstellen", sagte er. Deshalb wird es im Juni vier öffentliche Beteiligungsveranstaltungen für Kirchenvorsteher, Pastoren, Gemeindeglieder, Mitarbeitende und alle anderen Interessierten geben. Das erste Treffen findet am Dienstag, 4. Juni, im Haus der Kirche, An der Marienkirche 7-8, in Rendsburg statt. Die weiteren Veranstaltungen: Freitag, 7. Juni, Gemeindehaus Gettorf, Pastorengang 11; Montag, 17. Juni, Gemeindehaus Nortorf, Niedernstraße 2; Dienstag, 18. Juni, Gemeindehaus Borby, Borbyer Pastorenweg 1. Alle Treffen beginnen um 19 Uhr und enden um 21.30 Uhr. Zusätzlich zu diesen Terminen gibt es noch Treffen für Mitarbeitende und für Jugendliche. "Wir möchten viele Menschen in diesen wichtigen Prozess einbinden", berichtete Krüger.

Die Themen Fusion und Regionalisierung sorgten für Diskussionen. Pastor Rainer Kluß von der Kirchengemeinde Borby sprach sich gegen beides aus. Dadurch würde das Gemeindeleben vor Ort geschwächt. Pastor Dirk Große aus Altenholz hielt dagegen. "Die Fakten werden uns zum Handeln zwingen", sagte er. Um eine Regionalisierung komme man nicht herum. "Gebäude oder Menschen?" Zu dieser Frage werde man zwangsläufig kommen, sagte der Synodale Helmut Bonin.

Der Zukunftsprozess des Kirchenkreises ist in vollem Gange, die Diskussion ist gestartet. Synodenpräses Pierre Gilgenast schloss die Versammlung am Ende mit passenden Worten. "Diese Synode ist zukunftsweisend gewesen." Bei den Beteiligungsveranstaltungen geht es jetzt weiter in Richtung Zukunft.

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