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Jubiläum : Gastfreundschaft im Herzen von Holzdorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Gasthaus Blumenthal in Holzdorf feiert heute sein 60-jähriges Bestehen. Ab 11 Uhr laden die Wirtsleute zum Empfang.

Holzdorf | Eine gemütliche Gaststube, zwei Räume für Gesellschaften, ein großer Saal mit Bühne und eine Reihe Gästezimmer – der Gasthof Blumenthal hat alles, was ein Dorfkrug braucht. Heute blicken die Familien Schultze und Marten auf sechs Jahrzehnte Gastfreundschaft im Herzen von Holzdorf zurück. Mit einem Empfang ab 11 Uhr sagen sie Bürgern, Vereinen, Lieferanten und nicht zuletzt vielen langjährigen Gästen Danke.

Die Liste der Gratulanten wird lang sein, denn die besondere Atmosphäre gefällt. Besonders groß ist die Freude über den Besuch von Helga und Anton Polster aus Neustadt an der Weinstraße, sagt Astrid Marten. Seit 1984 gehört das Paar zu den treuesten Gästen des Hauses. Sie kamen schon, als Adelgunde Schultze (82) und ihr Mann Heinz (2010 verstorben) den Landgasthof führten.

1957 übernahmen Adelgunde und Heinz Schultze mit Unterstützung der Familie den Gasthof mit der dazugehörigen Landwirtschaft. Heinz Schultze war gelernter Schlachter und arbeitete im väterlichen Schlachtereibetrieb in Karby. Der Betrieb zog mit um und wurde auf dem Hof in Blumenthal untergebracht. Adelgunde ist gelernte Hauswirtschafterin, diese Erfahrungen brachte sie in den Betrieb ein. Im Sommer 1957 wurde Eröffnung gefeiert. Einen kleinen Krug gab es immer schon in Blumenthal. Mit ihren ältesten Kindern Astrid (1,5 Jahre) und Kirsten-Fritz (0,5 Jahre) zogen Schultzes in ihr kombiniertes Wohn- und Schlafzimmer neben der Küche. Es folgten die Töchter Silke, Bärbel und Britta. Inzwischen gehören auch 13 Enkelkinder zur Familie. Vier der eigenen Kinder folgten ihren Eltern in den Beruf und lernten im Hotel- und Gaststättengewerbe, ebenso drei Enkel. Imke (Tochter von Astrid) und Rebecca (Tochter von Bärbel) lernten Hotel- und Restaurant-Fachfrau, und Karsten (Sohn von Kirsten-Fritz) lernt Koch.

Im Jahr 2000 übernahm Kirsten-Fritz Schultze den Betrieb. Und während er seit fast 35 Jahren als Küchenmeister im verborgenen wirkt, hat seine Schwester Astrid Marten den Service und die gesamte Verwaltung übernommen. Aber auch Adelgunde Schultze gehört weiter zum Team. Die Hände in den Schoss legen könne sie nicht, sagt sie. Sie legt Wert auf Sauberkeit, vor allem in der Küche. Und so rückt sie einmal in der Woche Kühltruhen und Schränke von der Wand und hält alles sauber. Schließlich weiß sie, dass einmal im Jahr eine überraschende Prüfung durch das Gesundheitsamt erfolgt.

Ihr Arbeitstag fängt allerdings etwas später an. Sie unterstützt ihre Kinder, wo sie kann und freut sich, dass auch Enkeltochter Imke inzwischen fest zum Blumenthal-Team gehört. Und wer weiß, vielleicht verstärkt ja auch Karsten Schultze später als Koch den Familienbetrieb. „Den Kochberuf zu erlernen, war seine Idee“, sagt Kirsten-Fritz Schultze und freut sich.

Manchmal kommt sie ins Grübeln, sagt Astrid Marten. So stieg der Aufwand und der Umfang, der in der Verwaltung und Buchführung gebracht werden muss, in den letzten Jahrzehnten gewaltig an. „Wenn man dann aber die vielen lieben Gäste erlebt, vergisst man das wieder“, sagt sie. Das motiviere sie immer wieder. Auch heute würde sie den selben Weg wieder einschlagen, sagt sie.

Vor allem der Ausbau von Zimmern für Urlaubsgäste war eine gute Entscheidung. Anfang der 70er-Jahre wurden die letzten 25 Milchkühe abgegeben und der alte Kuhstall zu einer Pension umgebaut. Als 1972 eröffnet wurde, waren die Zimmer sofort über Jahre ausgebucht. Generationen von Bauarbeitern und Monteuren, die das Ostseebad Damp errichteten, brauchten Quartiere. Ihr erster Zimmergast war ein Dachdecker, der für 7,50 D-Mark in Vollpension in Blumenthal übernachtete. Noch heute werden ihre Zimmer regelmäßig auch an Monteure vermietet. Seit etwa 2006 wohnen die Woche über Monteure von Möbel Kraft in Holzdorf und bauen im nördlichen Schleswig-Holstein Küchen auf. „Die Monteure gehören zur Familie“, sagt Kirsten-Fritz Schultze. Ebenso wie viele Stammgäste, die ein- oder zweimal im Jahr in Schwansen zu Hause sind. Das sind feste Freundschaften geworden.

Früher oder später landen die allermeisten Feriengäste am Stammtisch in der Gaststube. Dort wird geschnackt und gelacht, und manch Angelgast gibt sein Anglerlatein zum Besten. „Der besondere Reiz in Blumenthal ist die familiäre Atmosphäre im Haus“, ist sich Astrid Marten sicher. Urlauber und Gäste fühlten sich wohl und genießen es, wenn sie im Haus am gemeindlichen Leben in der Gaststube teilnehmen. Darüber hinaus stimmt auch die Qualität. Dies bescheinigte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa), der dem Gasthof drei Sterne verlieh. „Die Verlängerung ist schon beantragt“, berichtet Schultze. Und jetzt – jetzt wollen sie mit ihren Gästen das Jubiläum feiern.

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