zur Navigation springen

23 Jahre Schüleraustausch : Gäste aus Kiew: Schule nimmt Austausch wieder auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach vierjähriger Pause wird Traditionsaustausch des Gymasiums Altenholz mit ukrainischer Schule weitergeführt.

Altenholz | Sie sind angekommen: 15 Schüler aus Kiew werden bis Mittwoch kommender Woche in deutschen Gastfamilien leben, den Alltag an einer deutschen Schule kennen lernen, aber auch an die Nordsee fahren und die Kieler Woche erleben.

Der Austausch des Gymnasiums Altenholz mit dem Gymnasium Nr. 59 in Kiew besteht eigentlich seit 23 Jahren. Als allerdings die Bilder der blutigen Ausschreitungen auf dem Majdan in Kiew durch die Medien (2014) gingen und die positiven Assoziationen, die die Ukraine als freundlicher Gastgeber durch die Europameisterschaft (2012) ausgelöst hatte, verdrängten, musste die Initiative pausieren. 2012 war die letzte Delegation aus Kiew in Altenholz und auch der Gegenbesuch konnte noch realisiert werden, bevor die Auseinandersetzungen begannen.

„Sie haben Krieg im Land, der nicht so bezeichnet wird, aber einen großen Einfluss auf das Leben dort hat“, sagt Henning Schröder. Er und Stefanie Gast, die den etablierten Austausch in den letzten Jahren begleitet hatten, hielten Kontakt zu den Kollegen in Kiew. Eine Briefpartnerschaft wurde angeschoben, ein neuerlicher Besuch geplant und umgesetzt.

Die Kiewer Schulleiterin Tetjana Antonenko ist mit den Deutschlehrern Larysa Smyk und Oleksandr Gnatiuk und Schülern, im Alter zwischen 13 und 15 Jahre, am Mittwoch angereist. Schulbesuche, eine Stadtrundfahrt in Kiel, Wassersport am Falckensteiner Strand, Kieler Woche-Besuche, ein Ausflug an die Nordsee, inklusive Schiffstour, und Zeit in den Familien stehen auf dem umfangreichen Programm. Am Ende steht ein Projekttag. Hier werden die von den deutschen und den ukrainischen Schülern im Vorfeld ausgefüllten Fragebögen gemeinsam ausgewertet, um zu sehen, wie sich die Kenntnisse und die eigenen Bilder des jeweils Anderen in der einen Woche verändert haben. Am letzten Abend gibt es ein Abschiedsgrillen und gemeinsames Fußballgucken: Die deutsche und die ukrainische Nationalmannschaft müssen am Dienstag beide ran.

Durch den Austausch, der finanziell unterstützt wird durch das Programm „Meet Up! Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen“ der Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung, Zukunft), soll die Ukraine mehr ins Bewusstsein rücken. „Die bestehenden Probleme dürfen nicht verharmlost werden, aber es sollen gleichzeitig Begegnungen mit Menschen stattfinden, für die diese problembeladene Realität und krisenhafte Zuspitzung das Lebensumfeld darstellt“, beschreibt Henning Schröder die Wichtigkeit dieses Projekts. Und natürlich liegt ihm auch um die Weiterführung der „traditionsreichen deutsch-ukrainischen Schülerbegegnung“.

„Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es für die Deutschen sicher notwendig ist, neugieriger nach Osten und in die Ukraine zu schauen. Umgekehrt sollten die Ukrainer die Chance bekommen zu verstehen, dass das ideale Europa auch nicht überall so ist, wie sie es sich denken“, sagte Rebecca Harms, Vorsitzende der Fraktion die Grünen/EFA im Europäischen Parlament, in ihrem Grußwort. Sie ist Mitglied der Delegation im Parlamentarischen Kooperationsausschuss EU-Ukraine.

Die Schulleiterin am Gymnasium Altenholz, Cornelia Hörsting, unterstützt das Projekt und findet es wichtig, dass die Schüler die Lebenssitutation im „ehemaligen Ostblock“ kennenlernen.. „Die Urkraine ist ja kein Standard-Reiseziel. Der Austausch ist gut für die Horiziontentwicklung und eine außerordentliche Möglichkeit, etwas zu lernen.“

Der Gegenbesuch für die 8. und 9. Klassenstufe ist, unter Vorbehalt und Berücksichtigung der aktuellen Nachrichtenlage, für das Frühjahr 2017 vorgesehen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Jun.2016 | 06:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen