Barrierefreier Ausbau : Gänsemarkt: Pflasterwechsel oder komplette Neugestaltung?

Der Gänsemarkt im Zentrum der Stadt soll barrierefrei ausgebaut werden, die Frage ist nur, wie und zu welchem Preis?
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Der Gänsemarkt im Zentrum der Stadt soll barrierefrei ausgebaut werden, die Frage ist nur, wie und zu welchem Preis?

Politik und Verwaltung ringen um die richtige Lösung für den barrierefreien Ausbau der Innenstadt und des Gänsemarkts. Er geht um Aufwand, Gestaltung und Kosten. Auch der Obststand steht zur Disposition.

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02. Mai 2015, 06:51 Uhr

Eckernförde | Die barrierefreie Neupflasterung der Innenstadt vom Hafen bis zur Kieler Straße Süd und die Einbeziehung der anliegenden Plätze ist neben der Hafenspitze und Nooröffnung ein weiteres Großprojekt der Stadt. In der Fortsetzungssitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend – die Tagesordnung konnte am Mittwoch nicht abgearbeitet werden –, ging es konkret um die Überplanung des Gänsemarkts. Bürgermeister Jörg Sibbel und Bauamtsleiter Roy Köppen wiesen auf die wichtigsten Wegmarken der Planung seit 2006 hin, in der eine einheitliche Neupflasterung für die Kieler Straße nach dem Muster der Frau-Clara-Straße – rotes Pflaster mit Fischrinne als Entwässerung – beschlossen wurde. Gesamtkosten: 521  000 Euro. Die Plätze sollten wie in einer Perlenkette integriert werden und im Kern mit einem andersfarbigen Pflaster gestaltet werden. Da weder der Kirchplatz noch der Gänsemarkt Aufnahme ins vom Bund und Land zu je einem Drittel ko-finananzierte Stadtumbau-West-Programm gefunden habe, hat die Stadt die Umgestaltung, für die es bereits Pläne gab – Gänsemarkt 533  000 Euro, Kirchplatz 715  000 Euro –, ruhen lassen. Nach Worten Sibbels gibt es keine Chance, dass es für die Neugestaltung des Gänsemarkts Zuschüsse gibt. Zum Vergleich: die durch Stadtumbau West mitfinanzierte Neupflasterung der Frau-Clara-Straße hat 283000 Euro gekostet, die Stadt musste davon nur ein Drittel bezahlen.

Dennoch gibt es Beschlusslagen und einen neuen Antrag ders interfraktionellen Arbeitskreises Innenstadt, den Gänsemarkt barrierefrei herzurichten. Die entscheidende Frage ist nur wie und mit welchem finanziellen Aufwand? Eine barrierefreie Herrichtung in einfacher Form mit der Verlegung des roten Pflasters würde 64  000 Euro kosten, die aufwändige Neugestaltung nach den Vorstellungen des Arbeitskreises unter anderem mit einem grauen Granitteppich oder glatt geschnittenen Katzenkopfsteinen – laut Köppen auch ein Vorbild für den Rathausmarkt – eine knappe Million Euro. Zwischen diesen „Duftmarken“ bewegte sich die Diskussion, wobei es vermutlich auf eine Kompromissplanung hinauslaufen wird.

Ein zentrales Thema wird dabei auch die Zukunft des Obst  standes am Gänsemarkt sein. Ist in den alten Plänen noch der Erhalt vorgesehen, spielt er in den neuen Plänen keine Rolle mehr. Man wolle sich alle Freiheiten lassen, der Stand solle die städtebauliche Planung nicht durch eine Festlegung beeinträchtigen. „Wir wollen in der Planung den Platz nicht um den Stand herumbauen“, betonten Matthias Huber (Bürger-Forum) und Oliver Fink (FDP).

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