zur Navigation springen

Bürgerwindpark : Für und Wider einer einmaligen Chance

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

100 Bürger folgen Einladung der Denker & Wulf AG zum Infoabend über ersten Bürgerwindpark in der Region. Dabei wurden Chancen und Risiken angesprochen. Die Zeichnungfrist der Anteile läuft.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 06:22 Uhr

Den Schritt in die Selbstständigkeit zum Windunternehmer wagen – das können ab sofort Bürger aus den beiden Standortgemeinden Holtsee und Altenhof sowie Teilen der Gemeinden Neudorf-Bornstein und Lindau. Sie erhalten die Chance, Kommanditanteile an der Bürgerwindpark Holtsee-Altenhof GmbH & Co. KG zu erwerben. Am Mittwochabend stellten die Denker & Wulf AG, die Bürgermeister der Standortgemeinden und die Steuerberatungsgesellschaft SHBB in Heide, die den 150-seitigen Verkaufsprospekt erstellt hat, über 100 interessierten Bürgern im Kuhhaus auf Gut Altenhof das Projekt noch einmal ausführlich vor.

Nicht ganz so deutlich wurde allerdings, dass es sich beim Erwerb von Anteilen um eine unternehmerische Beteiligung mit entsprechendem Risiko handelt. Dadurch, dass die Anleger zu Miteigentümern an zwei der zehn geplanten Windkraftanlagen im Windpark werden, sind sie nicht nur an den Gewinnen, sondern auch an den Verlusten der Gesellschaft beteiligt, was im schlimmsten Fall den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bedeuten kann. Sowohl Holtsees Bürgermeister Jens-Peter Frank (SPD) als auch Altenhofs Bürgermeister Andreas Moll (KWA) stehen hinter dem Projekt. „Für uns war von vornherein klar, dass es einen Bürgerwindpark geben soll“, sagte Jens-Peter Frank. Denn das sorge für Akzeptanz bei möglichen Beeinträchtigungen, und die Bürger sollten an der Wertschöpfung teilhaben. „Wir wollen Sie nicht überreden, sondern Ihnen Chancen einräumen.“ Andreas Moll warb für die Beteiligung als „vernünftige Investitionsmöglichkeit“ und die Firma Denker & Wulf als „kompetenten Partner“. „Ich denke, man kann dem Projekt und dem Unternehmen Geld anvertrauen“, sagte er. Auch wenn das mit einem Risiko verbunden sei. Schief gehen könne immer etwas.

2 Millionen Euro an Eigenkapital gilt es für die von der Denker & Wulf AG gegründete Kommanditgesellschaft in den kommenden Wochen einzuwerben (wir berichteten). 833 Anteile sind für einen Mindestbetrag von je 2500 Euro zu vergeben. Für ihre Kapitalanlage könnten die Anleger mit einer Rendite nach Steuern von 12,4 Prozent im Jahr rechnen. Das hoben der Vorstandsvorsitzende der Denker & Wulf AG Torsten Levsen und Projektleiter Mathias Vogel noch einmal hervor. Der Ertrag errechnet sich aus allen zehn Windkraftanlagen. An Vergütung rechnen sie mit dem für 2014 zu erwartenden Wert von 9,13 Cent pro Kilowattstunde.

Steuerberater Günter Gottkehaskamp ging auf die Risiken ein. Er nannte unter anderem mögliche Änderungen des EEG, die noch ausstehende Genehmigung für vier Anlagen, das Windrisiko, technische Risiken, dass die Anleger womöglich mehrere Jahre nicht an ihr Geld kommen könnten und dass die Entsorgungskosten für den Rückbau der Anlagen nach 20 Jahren von den Anlegern mitgetragen werden müssten.

Nachdem die Bauarbeiten für die ersten Windräder Anfang des Monats bereits begonnen haben, soll der gesamte Windpark bis Mitte 2014 fertig sein. Die Zeichnungsfrist endet am 23. Oktober. Bis dahin muss die Beitrittserklärung ausgefüllt bei Denker & Wulf abgegeben sein. Zeichnungsberechtigte, die Interesse an einer Beteiligung haben, können sich einen Prospekt bei der Firma Denker & Wulf am Windmühlenberg in Sehestedt abholen. Fragen dazu werden unter Tel. 04357/99 77-0 oder info@denkerwulf.de beantwortet.

 





zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen