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SCHALTJAHR : „Für mich ist der 29. Februar wirklich ein geschenkter Tag“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Carmen Belitz aus Osdorf und ihre Zwillingsschwester Cornelia feiern heute ihren 44. beziehungsweise 11. Geburtstag. Cornelia reist für die Geburtstagsfeier eigens aus Hessen an.

Osdorf | Ich werde elf“, sagt Carmen Belitz und lacht. Sie und ihre Zwillingsschwester Cornelia gehören zu den Menschen, die offiziell nur alle vier Jahre Geburtstag haben: nur in einem Schaltjahr am 29. Februar. Heute dürfen die Schwestern feiern.

Etwa vier Wochen zu früh kündigte sich 1972 in einem Lübecker Krankenhaus die Geburt an – und dass es zwei Kinder werden sollten, war bis dahin auch noch nicht klar. „So hat meine Mutter in dem Jahr nicht nur einen Tag geschenkt bekommen, sondern auch gleich ein Kind mehr als erwartet“, berichtet die heute 44-Jährige. „Die Hebammen hatten wohl Mitleid und haben ihr angeboten, den ersten März als Geburtsdatum einzutragen. Aber das kam für meine Mutter gar nicht in Frage“, so die Osdorferin. Mit etwa 2500 Gramm kam ihre Schwester als erste zur Welt, sie selbst folgte 15 Minuten später mit 1500 Gramm.

Carmen Belitz hat ihr seltenes Geburtstagsdatum immer positiv betrachtet. „Wir waren die Zwillinge, die am 29. Februar geboren wurden – das konnte sich jeder gut merken“, sagt sie. „So wussten immer alle, wann wir Geburtstag hatten, und das fand ich schön“. Als Kind habe sie immer am 28. Februar gefeiert – eben amletzten Tag im Februar, was logisch erschien. Aber je älter sie wurde, desto stärker wurde das Gefühl, lieber am 1. März feiern zu wollen – an dem Tag nach dem 28. Februar.

Aber die Hauptsache für Carmen Belitz ist, dass überhaupt gefeiert wird. Das lässt sie sich in keinem Jahr nehmen. Und auch, wenn ihre Schwester gleich nach dem Abitur nach Hessen gezogen ist – der Geburtstag wird in jedem Jahr gemeinsam gefeiert. Auch in diesem Jahr haben sie einen Termin gefunden und Cornelia wird für 20 Stunden nach Norddeutschland kommen.

An die immer wiederkehrenden Neckereien, wie alt sie denn am 29. Februar wird, hat sie sich gewöhnt. „Es ist doch charmant, wenn mein älterer Kollege fragt, ob ich acht oder neun werde“, berichtet sie schmunzelnd. Ihre Kinder fanden das 2004 besonders amüsant: In dem Jahr wurden sowohl Tochter Anna als auch Mutter Carmen acht Jahre alt.

In diesem Jahr wird wieder besonders groß gefeiert, denn auch wenn Carmen Belitz ihrem seltenen Jahrestag viel abgewinnen kann, freut sie sich doch über jedes Schaltjahr: „Für mich ist der 29. Februar wirklich ein geschenkter Tag – ein echter Geburtstag eben“.


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