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„Big Harry’s Kultkneipe“ in Eckernförde : Für Big Harry wird ein Traum wahr

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der kernige Rocker eröffnete am Samstag seine „Kultkneipe“ im Jungfernstieg 113 – eine Raucherkneipe mit sechs Fassbieren.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 06:08 Uhr

Eckernförde | Im „Großstadtrevier“ spielt „Big Harry“ den Kneipenwirt auf dem Kiez: „Da habe ich immer gesagt: So eine Kneipe hätte ich auch gern mal.“ Jetzt hat er sie, und zwar in Eckernförde. Am Donnerstagabend war „Big Harry’s Kultkneipe“ zum ersten Mal geöffnet – für geladene Gäste.

Harry Schmidt, wie „Big Harry“ im richtigen Leben heißt, steht mit seiner Band schon seit Jahrzehnten auf den Bühnen Norddeutschlands. Seine Teilnahme an der zweiten Big-Brother-Staffel im Jahr 2000 brachte ihm bundesweite Bekanntheit, seit 2002 spielt er den Wirt „Harry Schwante“ im Großstadtrevier. Dabei hatte er schon immer eine Affinität zu Kneipen: „Mein Vater hatte eine Kneipe in Niesgrau bei Gelting. Da bin ich aufgewachsen und habe im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal hinter dem Tresen gestanden und Bier gezapft.“ Das nimmt man dem kernigen Typen sofort ab. Bei ihm wirkt nichts gekünstelt. So wie er sich gibt, ist er auch: ein ehrlicher Typ von nebenan.

Ob die „Erbse“ in Kiel oder die „Mausefalle“ in Kappeln – bei Freunden hat er immer wieder mal ausgeholfen, doch mit der eigenen Kneipe wollte es nicht so recht klappen. „Was ich mir angesehen habe, war schön, groß und mit Küche.“ Harry suchte aber etwas Authentisches, keine Schicki-Micki-Bar. Irgendwann kam sein Kollege „AsterX“ von der „Erbse“ in Kiel auf ihn zu und meinte, er wüsste da was: Das „Cheers“ im Eckernförder Jungfernstieg sollte schließen. „Da sind wir vor einigen Monaten hierhergefahren, haben durch die Scheiben gesehen, und haben gesagt: Das machen wir.“

Ganz allein ist Big Harry also nicht in seiner Kneipe. „Aber es soll eine Eineinhalb–Mann-Kneipe“ bleiben: klein und übersichtlich.“ Das ehemalige „Cheers“ ist noch zu erkennen, der Tresen ist renoviert, die Möbel sind restauriert, die Barhocker repariert, aber nichts ist wirklich neu – authentisch halt. An den Wänden hängen Fotos vom 57-Jährigen, Zeitungsausschnitte erzählen aus dem Leben des gelernten Schlachters. An Internet-Dart-Automaten kann man gegen Gegner in New York oder Sewastopol spielen.

Die wichtigste Frage: Wie oft wird man Harry in seiner „Kultkneipe“ antreffen? „Ich stehe so oft hinter dem Tresen, wie ich kann“, sagt der kernige Rocker, der Prominente dafür kritisiert, dass sie ihrer Kneipe zwar ihren Namen geben, sich aber selbst nur einmal im Monat dort blicken lassen. „So wird das bei mir nicht sein.“ Im November zum Beispiel werde er zwar an drei Samstagen wegen Musikauftritten keine Zeit haben, aber sonst so oft wie möglich vor Ort sein. „Aber manchmal brauche ich natürlich auch mal einen freien Tag.“ Im Sommer werde seine Präsenz aufgrund seiner Auftritte weniger werden. „Und dann bin ich ja auch zu Dreharbeiten fürs Großstadtrevier.“

Aber wenn er da ist, will er auch mal zur Gitarre greifen und zwei, drei Lieder schmettern. „Nicht zu viel, das soll was Besonderes bleiben. „Big Harry’s Kultkneipe“ soll eine „Gourmet-Bierkneipe“ werden mit sechs Sorten Fassbier und diversen Flaschenbieren. Und es darf geraucht werden. „Willst du die Leute dazu nach draußen schicken?“ Etwas zu essen gibt es nicht.

Die Öffnungszeiten stehen noch nicht fest. Um 18 Uhr wird geöffnet, auch sonntags. Mehr weiß Harry noch nicht, das muss sich alles mit der Zeit ergeben. „So ’ne Kneipe ist wie ein Kind“, sagt er. „Du weiß nie, was draus wird.“ Und er weiß, wovon er spricht, er hat selbst sechs Kinder großgezogen.

Heute ist ab 18 Uhr die offizielle Eröffnung der Kneipe, an der den Wirt nur eines ein wenig stört: der Name „Big Harry’s Kultkneipe“. „Ob die Kneipe Kult ist, muss sich erst noch zeigen, aber da bin ich überredet worden.“ Sich selbst sehe er nicht als Kult. „Das ist ja mein Problem. Ich sehe mich als Harry.“

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