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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 03:56 Uhr

Fünf Sterne für Insekten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bau von Insektenhotels hilft der Natur und nützt dem Menschen

Der Naturschutz genießt in Eckernförde einen hohen Stellenwert. Die Stadtentwicklung richtet sich nach ökologischen Richtlinien und mit wenig Mitteln sind ökologische Musterflächen wie der Eimersee entstanden. Aber nicht nur die Stadtverwaltung, Organisationen und Vereine können etwas tun, sondern auch die Bürger. Besonders, wenn sie einen Garten haben.

Insektenhotels sind eine Möglichkeit, der heimischen Fauna Unterschlupfmöglichkeiten zu geben. Sie sind mit Naturmaterialien gefüllte Kästen zum Aufhängen oder Aufstellen, in denen viele für den Garten nützliche Insekten einen Ort zur Eiablage oder auch zum Überwintern finden. Denn: Durch den fortlaufenden Eingriff des Menschen in die Natur sind viele ursprüngliche Lebensräume zerstört. Nicht zuletzt die Honigbienen bezahlen den Einsatz von Pestiziden.

Umso mehr kann es nützlich sein, Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer als Bestäuber und kostenlose biologische Schädlingsbekämpfer zu fördern.

Immer mehr sieht man diese Insektenhotels zum Beispiel in Kleingärten. „Früher hatten wir mal drei Imker in der Anlage“, sagt Gerhard Sieland aus der Kolonie Wörmbke. „Jetzt ist es nur noch einer.“ Deshalb hat er über Winter ein Insektenhotel gebaut, das fünf Sterne verdient hätte. „Wir müssen die Wildbienen hegen und pflegen, damit sie unsere Pflanzen bestäuben.“

Überwiegend besteht es aus Holzresten, Ästen, Bambus, porösen Steinen und Reet. „Überall habe ich unterschiedlich große Löcher 8 bis 10 Zentimeter tief hineingebohrt, außer dort, wo das Material von Natur aus hohl ist“, erklärt er. Das Material hat er mit den Öffnungen nach außen in unterschiedliche Kästen gelegt und einen Draht gespannt, so dass Vögel die frisch eingezogenen Bewohner nicht gleich wieder hinauspicken können. Die 2 bis 10 Millimeter breiten Löcher dienen den Insekten als Brutröhren. Zwischenräume hat Gerhard Sieland mit Stroh gefüllt, in denen sich Käfer wohlfühlen.

Das Insektenhotel steht an einem sonnigen und windgeschützten Platz auf seiner Parzelle, damit die Tiere zwar die Wärme haben, es aber nicht zu zugig ist. Schließlich hat der Kleingärtner die Insektenunterkunft noch mit einem Dach versehen, um sie vor Regen zu schützen. Damit die Bienen aber in der Nähe auch Nahrung finden, hat Gerhard Sieland einen Teil seines Rasens in eine Wildblumenwiese verwandelt, die nur wenige Meter entfernt liegt.

Ein solches Engagement lobt nicht nur der Kleingartenvorstand, sondern auch die Stadtverwaltung. „Wir bauen derartige Nisthilfen aber nicht“, sagt Michael Packschies, städtischer Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung, „sondern bemühen uns, die Natur in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.“ Für einen überschaubaren Kosmos wie einen Kleingarten jedoch sei ein Insektenhotel eine begrüßenswerte Maßnahme.

> Insektenhotels gibt es auch im Kleinformat zum Aufhängen. Unter anderem stellt die Eckernförder Werkstatt

diese her.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 06:06 Uhr

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