zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 05:56 Uhr

Standpunkt : Fünf Sterne für den Beirat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zur Arbeit des Gestaltungsbeirat

von
erstellt am 19.Sep.2013 | 06:02 Uhr

Alles richtig gemacht – die Gründung des Planungs- und Gestaltungsbeirats zur Begutachtung von Bauvorhaben vor etwa einem Jahr hat sich schon nach zwei öffentlichen Sitzungen bezahlt gemacht. Die fünf Beiratsmitglieder von außerhalb haben Gefallen an ihrer ehrenamtlichen Arbeit in Eckernförde gefunden, knien sich richtig rein und beziehen vor allem öffentlich Position. Das verdient Respekt. Das hilft der Stadt und ihren Bürgern, weil der Beirat grobe Ausreißer wie jetzt die vorgestellte Planung für den Kaiserhof und Lindenhof schon im Keim erstickt und Bausünden verhindert. Den Herren Riemann, Wiescholek, Trüper, Lorenzen und Nachtsheim aus Lübeck, Hamburg und Flensburg macht so schnell keiner etwas vor. Sie haben viel Erfahrung, sind kompetent und motiviert. Und sie scheuen sich nicht, Fraktur zu reden. Zwar freundlich verpackt, aber klar und nachvollziehbar in der Sache, unmissverständlich im Ton und manchmal sehr bildhaft in der Sprache.

Ein Schulbeispiel dafür war die Auseinandersetzung mit dem Investor und Planer des Projekts Kaiserhof/Lindenhof, ein Projekt mit besonderer Brisanz und Größenordnung, dem es nach Meinung der Experten augenscheinlich an städtebaulicher Qualität und Sensibilität für die gewachsenen Strukturen in Borby fehlt. Welches städtische Gremium wäre wohl sonst in der Lage gewesen, dieses so klar zu erkennen, fachlich zu belegen und von Angesicht zu Angesicht in öffentlicher Aussprache zu benennen? So nimmt der Beirat Verwaltung und Politik ein wenig aus der Schusslinie, wenn wichtige Entscheidungen zu fällen sind. Es mag für den Kaiserhof-Architekten, der sich als Opfer der engen Planungsvorgaben durch die Stadt sieht, im ersten Moment ein bitterer Nachmittag gewesen sein. Er wird daraus aber seine Schlüsse für die nächste Runde ziehen (müssen). Für Eckernförde und die städtebauliche Entwicklung war es zweifellos ein guter Tag, an dem Schlimmeres verhindert werden konnte.

Die Stadt Eckernförde hat mit dem Beirat eine elegante Lösung zum Umgang mit allen künftigen, auch komplexeren und strittigen Bauprojekten gefunden. Stadtbildprägende Projekte werden ohnehin vom Beirat oder dem Bürgermeister auf die Agenda gesetzt. Und auch private Bauherren sollten sich nicht scheuen, ihre Planungen dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen: Sie erhalten von kompetenter Seite wichtige Anregungen, Tipps und Verbesserungsvorschläge, von denen die nachfolgenden Generationen gut haben werden. Nicht selten gibt es einfach auch nur ein Schulterklopfen für die gute Arbeit der Architekten. Und das spornt an.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen