Fünf Bläser – eine Einheit

„variations5“ mit Matvey Demin, Sebastian Manz, David Fernandez Alonso, Marc Trénel und Ramòn Ortega Quero (v.l.).
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„variations5“ mit Matvey Demin, Sebastian Manz, David Fernandez Alonso, Marc Trénel und Ramòn Ortega Quero (v.l.).

Premiere der Konzertreihe Eckernförde: Junges Bläser-Quintett „variation5“ gastiert in der gut besuchten Stadthalle

shz.de von
25. Januar 2018, 06:46 Uhr

Eckernförde Das erste Konzert des neuen Jahres, zu dem die Konzertreihe Eckernförde eingeladen hatte, bot etwas Besonderes: ein Bläser-Quintett! Fünf Blasinstrumente – eine Querflöte, eine Oboe, eine Klarinette, ein Horn und ein Fagott –, bildeten ein harmonisches Ensemble. Der Flötist russischer Abstammung Matvey Demin ist stellvertretender Solo-Oboist im Tonhalle Orchester Zürich. Der Klarinettist Sebastian Manz, Deutscher, ist Solo-Klarinettist im SWR. Der Oboist Ramón Ortega–Quero, spanischer Abstammung, ist Solo-Oboist beim Bayerischen Rundfunk. Der Franzose Marc Trénel spielt Fagott und ist überall da, wo er gebraucht wird. Der Spanier David Fernandez Alonso bläst das Horn.

Das Quintett „variation5“ hat viele Mozart–Kompositionen im Repertoire, wovon die musici reichlich Gebrauch machten. Da gab es zuerst die Ouvertüre zur „Zauberflöte“ in nahtlosem Zusammenspiel und klarer Betonung. In guter Akzentsetzung kam jede Stimme zur Geltung. Aus der gleichen Oper folgte die Arie „Ach, ich fühl’s“ als sehr emotionales Arioso. Aus „Figaros Hochzeit“ folgte die Arie „Al deso di chi t’adora“ Die Hauptstimme lag bei der Oboe, die sie sehr eindringlich vortragen konnte. Später folgten noch weitere Mozart-Kompositionen, z.B. aus „Don Giovanni“ die Arie „Madamia, il catalogo é questo“. Auch bei der bekannten Arie „Der Höllen Rache“ traten Oboe und Klarinette überzeugend auf. Die letzte Mozart-Arie war „Parto, ma tu ben mio“ aus „Titus“ – sehr anrührend von den Solisten musiziert.

Zwei Komponisten haben tatsächlich Musik für Bläser-Quintett geschrieben: da ist zuerst der dänische Komponist Carl Nielsen (1865 -1931) zu nennen, der 1922 ein dreisätziges Quintett für Bläser (op. 43) komponiert hat. In geballten Klängen kamen die fünf Instrumente zur Geltung. Gesangliche Passagen wurden sehr abwechslungsreich ausgespielt. Im 2. Satz „Menuett“ erlebten die vielen Zuhörer farbenfrohe, tänzerische Klänge, und auch den Schluss-Satz „Präludium – Tema con variationi“ spielten die fünf Künstler meisterlich.

Ein recht unbekannter Komponist ist der Franzose Jean René Françaix (1912 -1997), der sehr viele Musikstücke geschrieben hat. Sein „Quintett Nr. 1 für Bläser“ mit vier Sätzen aus dem Jahr 1948 bringt viele geballte Passagen, oft in Dissonanzen, die sich nicht immer auflösen. Im Presto erlebte man tänzerische Klänge, die ausgezeichnet dargeboten wurden, und das getragene Trio bildete einen gewollten Gegensatz dazu. Das „Tema con variationi“ erklang abwechslungsreich – von jedem Spieler wurde hier viel abverlangt. Das Finale kam flott und marschmäßig, aber auch heiter und klangvoll. Die fünf Musiker hatten offensichtlich Spaß an der Wiedergabe, vor allem am lustigen Schluss! Mit vergnügten Sätzen hatte der Klarinettist Sebastian Manz die Zuhörer an vielen Stellen erheitert.

Als Zugabe und Dank für den reichen Applaus spielte das sympathische Quintett einen Song von James Taylor.


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