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Zoff im Vorstand : Führungskrise beim Sozialverband

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Vorsitzende des Sozialverbands Eckernförde, Siegfried Kulbarz kündigt seinen Rücktritt an. Unzufrieden sind alle im Vorstand. Sein Stellvertreter Claus Reimer: „Aus Lust ist Frust geworden“. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung endet als Eklat.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 06:39 Uhr

Eckernförde | In der Ortsgruppe Eckernförde des Sozialverbandes Deutschland brodelt es. Der Verein, der 1050 Mitglieder in sozialrechtlichen Fragen betreut, steckt mitten in einer veritablen Führungskrise. Die Kritik von Mitgliedern als auch aus den eigenen Vorstandsreihen entzündet sich an der Amtsführung des 1. Vorsitzenden Siegfried Kulbarz (66). Ohne konkreter auf die Vorfälle eingehen zu wollen, meinte sein Stellvertreter Claus Reimer gestern am Rande einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, dass in den vergangenen zehn bis zwölf Monaten „nicht alles optimal“ gelaufen sei. Kulbarz ist vor einem Jahr als Nachfolger des nicht mehr angetretenen Olaf Windgassen zum Vorsitzenden gewählt worden. Reimer selbst hatte im November vergangenen Jahres erklärt, nach der Jahreshauptversammlung am 14. März nicht mehr unter Kulbarz als dessen Stellvertreter arbeiten zu wollen. „Aus Lust ist Frust geworden“, so Reimer gestern gegenüber der EZ. Unter einem anderen Vorsitzenden wäre er aber gerne bereit, weiterzumachen. Nach seinem Kenntnisstand gebe es einen Kandidaten, der sich am 14. März zur Wahl stellen wird. Jetzt gehe es darum, den Sozialverband wieder „in ruhigeres Fahrwasser zu führen“. Was dieser Logik folgend nur mit einem neuen Vorsitzenden möglich sein würde.

Siegfried Kulbarz ist bereit, den Weg freizumachen. „Ich trete zurück, sobald dem Vorstand Entlastung erteilt worden ist“, sagte er gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Weil der Bericht von Kassenwart Steffan Lassen aber noch nicht abschließend geprüft worden sei, müsse dies nun „nachgearbeitet“ werden. Kulbarz hofft, dass dies bis zur ordentlichen Jahreshauptversammlung am 14. März der Fall ist.

Auch er ist desillusioniert. Er habe sich bei der Wahl am 22. März 2014 zur Verfügung gestellt, „weil niemand anderes es machen wollte“. Es hätten sich aber nicht genügend engagierte und qualifizierte Mitglieder für die Vorstandsarbeit gefunden, so Kulbarz. Mit nur vier Leuten, die noch nicht einmal miteinander harmonierten, „kann so etwas nicht gelingen“. Er selbst sei im vergangenen Jahr mehrere Monate aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen und habe sich daher nicht so intensiv wie gewünscht um das Amt kümmern können. Er selbst fühlt sich nicht hinreichend unterstützt und vermisst eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand. Daher werde er die Konsequenzen ziehen und am 14. März zurücktreten – sofern der Kassenbericht von den drei Revisoren geprüft und dem Vorstand Entlastung erteilt worden ist.

Für Irritationen sorgte die für gestern um 15 Uhr vom Vorsitzenden angesetzte außerordentliche Mitgliederversammlung des Sozialverbands nur gut vier Wochen vor der regulären Jahreshauptversammlung. Die Sitzung ist kurzfristig von Siegfried Kulbarz in Abstimmung mit dem Kreisvorsitzenden Dieter Scheidner wegen der desolaten Personallage anberaumt worden. Kulbarz selbst fehlte, er hatte sich wenige Stunden vor der Sitzung aus gesundheitlichen Gründen bei seinem Stellvertreter Claus Reimer abgemeldet. Auch der Kassenwart fehlte. Auf der Tagesordnung: Vorstandswahlen. Siegfried Kulbarz wollte schon gestern zurücktreten, sagte er auf Nachfrage. Das wäre allerdings wegen des nicht geprüften Kassenberichts ohnehin nicht möglich gewesen. Und da keine Personalentscheidungen getroffen werden konnten, wurde hinter verschlossenen Türen debattiert. „Es werden sicher unangenehme Fragen gestellt werden“, sagte Claus Reimer, bevor die öffentliche zur nicht-öffentlichen Sitzung wurde.

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