Fuchsräude: Die Jäger schlagen Alarm

Mit Warnhinweisen will Siegfried Richert die Spaziergänger auf die Gefahren der Fuchsräude aufmerksam machen. Foto: Dunker
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Mit Warnhinweisen will Siegfried Richert die Spaziergänger auf die Gefahren der Fuchsräude aufmerksam machen. Foto: Dunker

Die Fuchsräude ist auf dem Vormarsch. Die Erreger plagen den Fuchs so, dass er sich kratzt und so ständig neue wunde Stellen am Körper verursacht. Elendig gehen die Füchse an der Milbe zugrunde. Vor allem Hunde könnten die Krankheit im Wald bekommen und auch auf den Menschen übertragen.

shz.de von
14. März 2009, 04:59 Uhr

Brekendorf/Owschlag | Drei tote Füchse mit der Scarkoptes-Räude hat Siegfried Richert schon gefunden: "Das Fell war teilweise ganz weg", sagte der Jäger. Besonders Katzenhalter und Spaziergänger mit Hunden im Bereich der Hüttener Berge sollten aufpassen, empfiehlt Richert: Die Sarcoptes-Räude ist eine hoch ansteckende parasitäre Hauterkrankung, die durch die Räudemilbe Sarcoptes scabiei var canis hervorgerufen wird. Die Milben graben Gänge in und unter der Haut. "Es beginnt mit einem starken Juckreiz, dann verlieren die Tiere immer mehr Fell und sterben, wenn sie nicht behandelt werden", sagte Wildmeister Jürgen Eckardt, Mitarbeiter des Landesjagdverbandes mit Sitz in Flintbek.

Bei Füchsen beobachtete der Wildmeister schon häufiger ein qualvolles Siechtum. Dadurch, dass die Milben auch die Haarwurzeln fressen, entstehen nach und nach kahle Stellen, bis das befallene Tier schließlich beinahe nackt ist. "Das größte Organ, die Haut, ist ganz zerstört und die Tiere sterben an Unterkühlung", sagte Eckardt. Vorher würden sie allerdings durch den Juckreiz ganz verrückt und verlören jegliche Scheu. "Sehr kranke Tiere nisten sich häufig in Schuppen oder Strohballen ein, um sich zu wärmen", berichtete der Wildmeister.

Ende des vergangenen Jahres wurde auch im Kanalgehege Sehestedt ein Fuchs mit Räude geschossen, berichtete Hüttens Revierförster Thomas Kahn auf Zeitungsnachfrage. Aber eine bedrohliche Ausbreitung im Hüttener Forst habe er er nicht beobachtet

Der Owschlager Siegfried Richerts möchte informieren und hat mehrere Schilder aufgehängt. Wichtig sei es, den Kontakt mit Wildtieren zu vermeiden. "Milben können überall haften, je tiefer Hunde ins Gelände gehen, desto eher kann es passieren, dass sie sich infizieren", berichtete Richert. Die Ursache für Räude ist meist eine zu hohe Fuchs-Population, sind sich die Fachleute einig. Besonders Füchse sind oft Überträger, da sie in der Ranzzeit in ständiger Bewegung sind und kilometerweit marschieren. Meldepflichtig ist die Krankheit aber nicht. Wenn Hunde Kontakt mit Wildtieren gehabt haben, sollte umgehend das Fell gewaschen und Tropfen gegen das Einnisten der Milben verabreicht werden. Vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht, ebenso wenig wie eine Impfung gegen Räude. Richerts Tipp: "Hunde nicht außerhalb der Wege laufen lassen. Und: Bei ersten Anzeichen wie Kratzen oder kahlen Stellen im Fell sofort den Tierarzt aufsuchen."

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