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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 12:26 Uhr

Hütten : Frühjahrsputz im Schatten der Kirche

vom

Wege auf dem Hüttener Friedhof wurden mit neuer Kiesschicht versehen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 07:33 Uhr

Hütten | Die Begräbniskultur hat sich verändert und geht weg von Familiengräbern hin zu Urnenbestattungen. "Wir stellen immer wieder fest, dass die Menschen einen Ort brauchen, an dem sie trauern können, aber keine Zeit mehr haben, ein Grab intensiv zu pflegen", berichtete Pastorin Kerstin Hansen-Neupert. Deswegen gibt es auf dem Friedhof in Hütten jetzt elf Familienbäume für Urnenbeisetzungen. Zehn Urnen können um einen Baum bestattet werden, ein Schild am Stamm erinnert an die Person, die hier begraben liegt.

Jetzt begannen die Arbeiten zur Verschönerung der Allee am Rande des Friedhofes. Während auf vielen Gräbern bereits bunte Blumen für Farbe sorgen, wurden an den Familienbäumen schwere Feldsteine aus der Erde gehoben. Sie sollen nun wieder neu zu einer Steinmauer aufgesetzt werden. Blausternchen, Schneeglöckchen und Winterlinge werden gepflanzt und sollen zu einem blühenden Teppich heranwachsen. "Auch im Januar und Februar soll hier etwas blühen", so Hansen-Neupert. Zusammen mit der Friedhofsausschussvorsitzenden Marina Frommer hatte sie zur Putzaktion auf den Friedhof geladen und 15 Helfer waren gekommen. Küsterin Maren Detlefsen versorgte die Gruppe mit warmer Suppe und Kuchen.

Die Arbeit an der Allee war nicht die einzige Aufgabe, die zu bewältigen war: Die Wege wurden mit einer neuen Kiesschicht versehen, damit das Wasser besser ablaufen kann. "Wenn eine Braut im weißen Kleid zur Kirche geht, möchte sie keine grauen Ränder am Kleid", erklärte Frommer, warum die Aktion wichtig war. Auch für Trauergäste sei es nicht angenehm, wenn sie in einer ohnehin schon schwierigen Situation über matschige Wege laufen müssten.

22 Tonnen Kies standen für die Arbeiten zur Verfügung. "Damit kommen wir vielleicht nicht aus", meinte Frommer. Jürgen Grimm, der auf selbstständiger Basis als Friedhofsgärtner in Hütten arbeitet, freute sich aber, dass er am Wochenende Hilfe bekam: "Es macht mehr Spaß mit mehreren Menschen." Denn nicht nur der Kies musste verteilt werden, auch die Rasenkanten wurden vorher gerade gestochen und Unkraut gezupft, damit alles ordentlich aussieht. "Es ist gut, dass sich Menschen noch engagieren", sagte Grimm. Schließlich sei es auch Werbung für den Friedhof, wenn es hier schöner aussehe. Dazu trug auch das Schrubben der zwölf antiken Grabsteine bei, die an zwei Stellen des Kirchhofes stehen. "Der älteste Stein ist von 1769", berichtete Frommer. Mit Bürsten und Wasser wurde nun der Schmutz der vergangenen Jahre abgewaschen. Zusätzlich wurde am Hauptweg das Strauchwerk an den Bäumen runtergeschnitten.

"Gemeinschaftsarbeiten sollten mehr genutzt werden", war Dr. Michael Fleischhauer zufrieden mit der Aktion. Er wolle ein Vorbild sein, damit andere Menschen auch aktiv werden, nannte der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt der Hüttener Kirche einen Grund, warum er bei der Aktion eine Harke in die Hand nahm und mithalf.

Mit dem Ende der Aktion sind die Verschönerungsarbeiten auf dem Friedhof noch nicht abgeschlossen: Bei einer Blutbuche wird eine Rundbank aufgestellt und in den nächsten Wochen wird die Steinmauer an den Familienbäumen neu aufgesetzt und die Blumen gepflanzt, damit es auch hier bald in bunten Farben blüht.

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