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MODERN UND NACHHALTIGE Unterrichtsentwicklung : Fritz-Reuter-Schule besteht den Test

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Schuluntersuchung durch das IQSH hat der Bildungsstätte in Borby ein positives Ergebnis beschert. Die Schule arbeitet innovationsfreudig und modern.

Eckernförde | Früher gab es eine Art Schul-TÜV: Bei sogenannten Schulinspektionen wurde die Schule aufgebockt, das Lehren und Lernen auf den Prüfstand gestellt, der didaktische Motor begutachtet und der pädagogische Auspuff abgeklopft. Am Ende gab es eine Note zwischen 1 und 4 und Empfehlungen, woran noch gearbeitet werden muss. „Aber die Erfolge waren umstritten“, sagt Nicole Haferlandt vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). „Deshalb wurden die Schulinspektionen 2009 abgeschafft und stattdessen ein neues System zur Qualitätssicherung entwickelt.“ Dessen Durchführung obliegt jetzt im Auftrag des Bildungsministeriums dem IQSH.

Und genau deshalb war sie auch jetzt mit ihren Kollegen an der Fritz-Reuter-Schule. Die neue Qualitätssicherung basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit: Jede Schule in Schleswig-Holstein kann sich beim IQSH anmelden, um ihre Karosserie überprüfen zu lassen. Immer steht dabei das Lehren und Lernen auf dem Prüfstand, hinzu kommen einzelne Handlungsfelder, für die sich die Schule eine Rückmeldung wünscht, zum Beispiel der Einsatz von digitalen Medien, das Lehrer-Raum-Konzept oder der fachliche Unterricht. Es geht also nicht um eine reine Bewertung der bisherigen Arbeit, sondern um eine Rückmeldung, um das eigene Tun zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Nicole Haferlandt nennt das ein „dialogorientiertes Feedbackverfahren“.

Dazu erhält die Schule mehrmals Besuch: Der Unterricht wird begutachtet, Lehrer, Schüler und Eltern in Interviews befragt, Dokumente analysiert und Fragebögen ausgefüllt. Am Ende steht ein Bericht über das, was gut läuft und das, wo sich die Schule noch verbessern sollte.

40 Schulen haben diese Form der Rückmeldung in Schleswig-Holstein bislang in Anspruch genommen, die Fritz-Reuter-Schule ist in Eckernförde die einzige. „Wir wollten mal eine Rückmeldung von außen bekommen“, sagt Schulleiter Simon Steinmetz. „Es kann ja sein, dass man betriebsblind wird und nicht sieht, wo es nicht läuft.“ Zudem befinde sich die Schule zurzeit in einem Veränderungsprozess. „Da hoffen wir auch auf Impulse.“

Diese Offenheit für Veränderungen merkt man laut Nicole Haferlandt. „Eltern, Schüler und Lehrer sind sehr zufrieden. Die Schule ist sehr innovationsfreudig und hat ihre Entwicklung in sehr gute Bahnen gelenkt.“ Überzeugt habe, dass die Schul- und Unterrichtsentwicklung nachhaltig entwickelt wurde: „Das ist modern und innovativ und auf den einzelnen Schüler zurechtgeschnitten“, sagt die Evaluatorin. „Wenn man mich fragen würde, ob ich meine Tochter an diese Schule schicken würde, könnte ich ohne Vorbehalte ja sagen.“ Eine große Innovations- und Veränderungsfreude hat die Untersuchung festhalten können, ein engagiertes Kollegium mit hohem persönlichen Einsatz, ebenso eine hohe Zufriedenheit fast aller Beteiligter. Auch dass die Stadt als Schulträger enorme Investitionen in die Bausubstanz anstrengt, schlägt sich positiv nieder.

Aber auch „Impulse“ gibt es, also Anregungen, was besser gemacht werden kann. Dazu gehört zum Beispiel eine „stärke Nutzung interaktiver Lerngelegenheiten und kooperierender Lernformen“, sprich: gruppenorientiertes Lernen, bei dem die Schüler gemeinsam Problemlösungen finden. Aber dieser Impuls sei schon „Jammern auf hohem Niveau“, so Haferlandt. Dennoch: Wenn die Fritz-Reuter-Schule im kommenden Schuljahr das individualisierte Lernen nach dem Vorbild der preisgekrönten Waldschule in Flensburg einführt, sollte das als Gegenpol nicht vernachlässigt werden.

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erstellt am 09.Feb.2017 | 05:30 Uhr

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