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Zu wenig Schüler : Fritz-Reuter-Schule: Aus für den Regionalschulteil

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nur 22 Anmeldungen für die neuen 5. Klassen und insgesamt zu wenig Schüler – das Schulamt hat jetzt die Auflösung des Regionalschulteils der Schule zum Schuljahr 2018/19 beschlossen. Die begonnene Sanierung der Schule und der Mensabau werden fortgesetzt.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 06:40 Uhr

Eckernförde | Der Schülerrückgang hat zu weiteren Konsequenzen geführt: Aufgrund zu wenig Anmeldungen für die 5. Klasse und dem Unterschreiten der Mindestgröße von 230 Schülern im kommenden Schuljahr, werden ab sofort keine weiteren Schüler mehr am Regionalschulteil der Fritz-Reuter-Schule aufgenommen – die Regionalschule läuft aus. Die 22 an der Fritz-Reuter-Schule angemeldeten künftigen Fünftklässler werden auf die anderen weiterführenden Schulen im Stadtgebiet verteilt. Diese Entscheidung hat das Schulamt Rendsburg-Eckernförde aufgrund der Vorgaben des Schulgesetzes getroffen: Regionalschulen müssen demnach von mindestens 230 Schülern besucht werden, Gemeinschaftsschulen von 240 – die Fritz-Reuter-Schule kommt zum neuen Schuljahr nur auf 216. Damit steht fest: Der Regionalschulteil der Fritz-Reuter-Schule läuft aus und wird zum Schuljahr 2018/19 aufgelöst. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Der Schulstandort in der Breslauer Straße bleibt erhalten und wird ab dem Schuljahr 2018/19 als reine Grundschule weitergeführt.

Die Fritz-Reuter-Schule wollte auf Beschluss der Schulkonferenz ab dem kommenden Schuljahr als eigenständige Gemeinschaftsschule neu durchstarten. Schulleitung, Kollegium, Eltern und Schüler zogen an einem Strang und entwickelten Projekte wie die Schulhofneugestaltung, die die Attraktivität der Schule erhöhen sollten. Die Sanierung der maroden Schule gab ebenfalls Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten. Die Ratsversammlung hat 2012 ein 1,9 Millionen Euro umfassendes, abschnittweises Sanierungsprogramm und im Juni 2013 auch den Bau einer neuen Mensa beschlossen. Wie Bürgermeister Jörg Sibbel gestern sagte, soll die begonnene Sanierung fortgesetzt werden, wenn auch in angepasster, leicht reduzierter Form. Auch der ebenfalls begonnene Mensa-Neubau wird fortgesetzt. Die derzeitige Lage sei nämlich „unzumutbar“, sagte der Bürgermeister. Aufgrund der Raumnot müssten die Schüler in sechs bis sieben Schichten essen, täglich würden rund 260 Essen ausgegeben. „Die Notwendigkeit einer Mensa, die auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann, ist vorhanden“, so Sibbel. Und da die Regionalschule über vier Jahre gestreckt ausläuft, gehe auch die Nachfrage nur langsam zurück. Zudem sei der Anteil der Grundschüler, die dort ihr Mittagessen einnehmen, mit über 40 Prozent besonders hoch, nannte der Bürgermeister ein weiteres Argument für den Mensabau. Es könnte noch an Bedeutung gewinnen, weil es durchaus Überlegungen gibt, aus der Fritz-Reuter-Schule später eventuell eine gebundene Grundschule mit einem verbindlichen Unterrichts- und Freizeitprogramm bis 15 Uhr oder darüber hinaus zu machen, selbstverständlich mit dazugehöriger Verpflegung.

Der Bürgermeister bedauerte die Entscheidung des Schulamtes. „Es ist schade, dass die Bemühungen der Schule nicht belohnt wurden.“ Sibbel lobte ausdrücklich den Einsatz des 35-köpfigen Kollegiums mit dem frisch gewählten Schulleiter Simon Steinmetz an der Spitze. Die Stadt stehe zu ihrer Überzeugung und gebe mit der Umsetzung des Sanierungsprogramms inklusive Mensaneubau ein „klares Bekenntnis“ für die Fritz-Reuter-Schule ab.

An der Schule selbst reagierten die Lehrer betroffen auf die Entscheidung aus Rendsburg, die sich allerdings bereits abgezeichnet hatte. Bislang hat die Schule immer zweizügig unterrichten können. Dass es diesmal nicht gereicht hat, habe womöglich mit der Verunsicherung von Eltern bezüglich der Zukunftsfähigkeit der Schule zu tun, die in öffentlichen Äußerungen angeklungen war. Zum anderen hätten die früheren Grund- und Hauptschulen im Vergleich zu den Gemeinschaftsschulen einen schweren Stand. „Das geht nicht so richtig aus den Köpfen raus“, vermutete Simon Steinmetz, der die endgültige Entscheidung des Schulamtes am Montag erfahren hat und nun mit seinem Kollegium vor einem Neuanfang steht.

 

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