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Essen von Obst und Gemüse im Unterricht verankern : Frisches Obst macht fit und gute Laune

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fritz-Reuter-Schule nimmt am neuen EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse, Milch teil. Parallel erfolgte eine Umstellung auf ökologisches Schulessen.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 05:23 Uhr

Eckernförde | Wie wird eigentlich Kohlrabi gegessen? „Und was ist das überhaupt – Obst oder Gemüse?“, fragte Tobias (6), Schüler der Affenklasse, als er gestern mit seinen Mitschülern die Gemüsekiste von Gerd Boll (Biolandhof Großholz) entgegennahm. Seit gestern kennen er und sämtliche Grundschüler der Fritz-Reuter-Schule die Antworten auf diese Fragen. Am Montag fiel an der Borbyer Grundschule der Startschuss für das neue EU-Schulprogramm für Obst und Gemüse. Die Fritz-Reuter-Schule ist die einzige Schule in Eckernförde, die an diesem Programm teilnimmt. Die Europäische Union hat 2016 ein neues Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch auf den Weg gebracht. Im November vergangenen Jahres hat der damalige Landtag erstmals die Teilnahme Schleswig-Holsteins angemeldet. Die Schulen mussten sich für dieses Programm bewerben. „Obst zuzubereiten und Obst zu essen – das ist jetzt Teil des Unterrichts“, erklärte Konrektorin Sabine Herrmann. Jede der acht Grundschulklassen wurde mit Schälmessern und Apfelschnitzern ausgestattet. Zwei Mal in der Woche müssen die Obstbeauftragten der einzelnen Klassen die Lieferung auf dem Schulhof abholen.

Diese stammt vom Biolandhof Großholz in Holzdorf. Geschäftsführer Gerd Boll hat gestern die erste Lieferung gebracht. Jede der acht Kisten birgt zwei Kilogramm Minigurken und Kohlrabi. „Jedes Kind hat laut Programm Anspruch auf 100 Gramm pro Tag“, so Gerd Boll. Noch vor den Sommerferien erstellten die Kinder eine Liste derjenigen Obst- und Gemüsesorten, die sie gerne mögen. Den Lieferanten konnte die Schule sich selbst aussuchen. „Wir versuchen natürlich immer, regionale Produkte anzubieten“, sagte Boll. Im Winter gebe es aber selbstverständlich auch Clementinen und Bananen. Schließlich sollten die Kinder die Vielfalt von Obst und Gemüse kennen lernen. Parallel zum Obstprogramm sind Hofbesuche geplant. So bekommen die Schulkinder auf dem Biolandhof Großholz ein eigenes Beet und können selbst säen, pflanzen und ernten. „Mit dieser pädagogischen Maßnahme fördern wir nachhaltig gesunde Ernährungsgewohnheiten der Kinder“, ist Konrektorin Herrmann vom Konzept überzeugt. Denn bei vielen Kindern werde zu Hause nur wenig oder gar kein Obst mehr gegessen, und der Umgang mit einem Obstmesser sei für viele Schüler völlig neu.

Passend zu dem EU-Programm, das zunächst auf ein Jahr befristet, aber für weitere fünf Jahre geplant ist, ist die Umstellung des Schulessens. Simone Schmidt von der Natur-KostBar liefert ab jetzt das tägliche Schulessen in die Fritz-Reuter-Schule. „Wir kochen zu hundert Prozent nur ökologisch“, erklärte Schmidt. An vier Tagen gibt es vegetarische Gerichte, einmal in der Woche Fleisch. „Es gibt keine feste Reihenfolge der Gerichte, so kommt jedes Kind mal in den Genuss von Fleisch“, so Schmidt. Neu ist auch, dass nur ein Gericht angeboten wird. „Es gibt ein Essen – das ist wie zu Hause“, bekräftigte Konrektorin Herrmann. Der völlig Verzicht auf Glutamat macht sich im Geschmack bemerkbar. „Das Essen schmeckt jetzt so, wie es ist. Wir würzen nur kindgerecht nach“, so Schmidt. Je nach Anmeldung kochen sie und ihre Mitarbeiter 60 bis 80 Essen für die Fritz-Reuter-Schule.

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