Zweites Leben für Weihnachtsbäume : Frisches Grün für den Küstenschutz

Unter der Leitung der Landschaftsgärtnerin Anja Schöning (r.) bessern ihre Kolleginnen Nina Dreeßen und Susanne Jagemast (v. l.) den Faschinenzaun an der Promenade aus.
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Unter der Leitung der Landschaftsgärtnerin Anja Schöning (r.) bessern ihre Kolleginnen Nina Dreeßen und Susanne Jagemast (v. l.) den Faschinenzaun an der Promenade aus.

Ausrangierte Tannenbäume dienen als Füllmaterial für den Faschinenzaun an der Strandpromenade. Ausbesserungsarbeiten dauern rund zwei Wochen an.

shz.de von
17. Januar 2018, 06:55 Uhr

Eckernförde | Geschickt zurrt Nina Dreeßen (35) mithilfe einer riesigen Nadel die Tannenzweige mit Rödeldraht fest. Zuvor haben ihre Kolleginnen von der Stadtgärtnerei, Anja Schöning (35) und Susanne Jagemast (52), das Grün in den Faschinenzaun gestopft. Es ist Anfang Januar und damit wie jedes Jahr Zeit für die Ausbesserung des Faschinenzauns an der Strandpromenade. Seit Montag sind die Damen in den orangefarbenen Overalls wieder auf der Strecke zwischen dem Restaurant Kreta und dem Hotel Seelust unterwegs.

Nicht nur Wind und Wetter zerren an den Faschinen, auch Strandbesucher verursachen durch das Draufklettern und Hinübersteigen Schäden. „Aber da wir einen schlechten Sommer hatten, scheint das im vergangenen Jahr nicht oft passiert zu sein“, sagt Kolonnenleiterin Anja Schöning. So sei der Zustand vergleichsweise gut, so die 35-Jährige. Nur wenig Material sei verrottet, so dass eine neue Schicht eingearbeitet werden müsse.

Seit der Schneekatastrophe 1978/79 werden ausgediente Weihnachtsbäume zur Ausbesserung des Faschinenzauns verwendet und schützen so die Promenade vor Sand und Überspülung. Unter den Tannen sind auch die riesigen Weihnachtsbäume vom Rathausmarkt Eckernförde und vom Borbyer Dorfplatz. Sie zu zersägen und ihre Zweige bis auf einen Meter zurecht zu schneiden ist die Aufgabe von Matthias Fock (46) und Lionel Müller (32). Vereinzelt finden die Mitarbeiter noch Weihnachtsschmuck wie Kugeln oder Schleifen in den Tannenzweigen. Ist alles entsorgt und sind die Zweige abgeschnitten, bringen Fock und Müller die übrig gebliebenen Stämme zum Südstrand, wo sie als Brennmaterial für das Osterfeuer dienen. Zwei Wochen ist die Damenkolonne auf der Promenade unterwegs. Nicht ausgebessert wird der Faschinenzaun vor dem Stadthotel, der an einigen Stellen bereits stark zersetzt ist und Schäden aufweist. „Vor dem Stadthotel machen wir nichts mehr. Die Faschinen sollen nach und nach verrotten“, erklärt Schöning. Der Grund sei die davorliegende Düne, die hoch genug sei, um die Promenade vor Sand und Überspülung zu schützen. Wenn die Faschinen verrottet seien, werde man die Reste und die Pfähle entfernen, so die Landschaftsgärtnerin.

Seit einigen Jahren ist die 35-Jährige für die Ausbesserung des Zauns zuständig. In diesem Jahr beklagen sie und ihre Kolleginnen ein besonders häufig vorkommendes Ärgernis: Hundehaufen – auf der Promenade vor dem Faschinenzaun und direkt dahinter am Strand. Nicht nur an den Schuhen sei das unangenehm, so die Mitarbeiterinnen.

Fällt ein Tannenzweig auf Hundekot, ist er von unten beschmiert – „was nicht zu sehen ist und wir fassen ihn mit unseren Handschuhen natürlich an“, so Susanne Jagemast. Deshalb die Bitte an alle Hundebesitzer, entsprechende Tüten zu verwenden.

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