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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 04:17 Uhr

Frisches Brot aus dem Mühlenschatten

vom

Mitglieder des Museumsvereins Rieseby bauen einen Brotbackofen / Termine für Richtfest und Einweihung stehen noch aus

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Rieseby | Der Duft von frisch gebackenem Brot wird schon bald den Besuch an der Mühle Anna im Ortsteil Norby bereichern. Über 20 Laibe frisches Brot werden die Mitglieder des Vereins für Chronik- und Museumsarbeit Rieseby in ihrem neuen Backofen hinter der Mühle Anna backen können. Noch ist es aber nicht soweit, winken Vorsitzender Karl Heinz Lappöhn und Heinz Willrodt ab. Ihr großes Ziel ist es, dass der Ofen noch in diesem Jahr ein festes Dach bekommt. Wann die Einweihung stattfinden soll, dass sei aber noch völlig offen, sagt Lappöhn.

Die Idee zum Bau eines Brotbackofens, so wie es sie früher auf jedem Dorf und an jedem Gut gab, ist sicher schon drei Jahre alt, sagt Willrodt (81). Der gelernte Stellmacher und Zimmerermeister zeichnete die Pläne und recherchierte nach alten Fotos und Beschreibungen, denn gebaut hatten weder er noch die Mitglieder des Mühlenvereins einen solchen Ofen. Aus ihrer Jugend in Stubbe und in Sieseby kennen Willrodt und Theo Hass die alten Brotöfen noch. Zwar wurden sie da auch schon nicht mehr regelmäßig angeschmissen, aber die Handhabung bekamen sie mit.

Den Grundstein hatten die Männer schon im Frühjahr 2012 gelegt. Da hatten sie das Fundament ausgehoben und gegossen. Und auch den Ofen selber hatten sie mit Schamottesteinen aufgemauert. Mit Verblendern (Ziegeln) war der rund 130 mal 110 Zentimeter große Backraum ausgekleidet worden. Doch dann mussten die Helfer eine Zwangspause einlegen. Willrodt erkrankte.

In diesem Frühjahr aber, da packten sie ihr Bauwerk wieder an. Mit frischem Lehm, den sie von Gut Krieseby und von anderen Stellen bekamen, wurden die Schamottesteine verkleidet. "Sechs bis acht Zentimeter dick ist der Lehm", berichtet Theo Hass. Dann wurde es spannend, der Ofen wurde Ende Mai erstmalig befeuert, um die Holzverkleidung innen auszubrennen, ergänzt Lappöhn. "Rausholen konnten wir das Holz nicht mehr". Und so wurde mit trockenem Buchen- und Kirschbaumholz, Claus Delfs hatten dem Verein mehrere Anhängerladungen gestiftet, befeuert. Dabei testeten sie auch die Wärmehaltbarkeit des Ofens. "Wir hatten recht schnell über 300 Grad Celsius", berichtet Willrodt. Und am nächsten Tag hatte der Ofen immer noch rund 50 Grad. Ein paar Risse in der Lehmdecke mussten sie schließen, das sei es gewesen, sagt Lappöhn, höchst zufrieden mit dem Baufortschritt.

Zurzeit arbeiten die Männer an einer Holzkonstruktion, die ein festes Dach über dem Ofen tragen soll. Hatten sie die über 100 Jahren alten Verblender schon von Anke Mückenheim zur Verfügung gestellt bekommen, so stiftete das Gut Stubbe ebenfalls rund 100 Jahre alte Dachpfannen. Ofenbauer Jan Wieben schließlich stiftete dem Verein eine eiserne Ofentür der Marke UPO. Sie wird den Backofen an der Stirnseite verzieren.

Mit Manfred Hansen und Harry Schiemann verfügt der Verein auch über zwei Mitglieder, die als Bäcker arbeiteten. Allerdings müssten sie sich auch erst einarbeiten, denn mit einem Holzofen hätten sie auch noch nicht gearbeitet, sagt Lappöhn. Überhaupt müssten sie sich noch Gedanken über das zu backende Brot machen. Schwarzbrot brauche sicherlich deutlich länger, als Weißbrot. Um die Temperatur für das Backen konstant zu verfolgen, sie rechnen mit rund 260 Grad Celsius, hat der Verein ein In-farot-Thermometer bestellt. Und dann kann es los gehen, freut sich Lappöhn wie seine Mitstreiter auf frisch duftendes Brot und Schmalz. Seit März ist Lappöhn neuer Vorsitzender des Vereins. "Bisher läuft es richtig gut", sagt er. Sie hätten auch schon vier neue Mitglieder, der jüngste 42 Jahre alt.

Im Winterhalbjahr wird der Mühlenverein wieder zu Vorträgen einladen. Im November wird Prof. Dr. Carl Ingwer Johannsen erwartet und im Februar wird der traditionelle plattdeutsche Abend stattfinden. "Das Programm ist noch nicht ganz fertig", sagt Lappöhn, "aber es wird", ist er überzeugt.

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