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Jahreskonzert : Frischer Sound und ein mitfieberndes Publikum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Für viele war es das erste große Konzert – das Schüler-Jahreskonzert der Musikschule Radtke im vollbesetzten Showpalast auf Carlshöhe. Die jungen Musiker boten den Zuhörern eine breite Palettte von Pop über Klassik bis zum Jazz.

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erstellt am 09.Dez.2013 | 06:53 Uhr

Proppevoll war der Showpalast zum 33. Schüler-Jahreskonzert der Musikschule Radtke. Und proppevoll war die Bühne: Orgel an Orgel, Klavier and Klavier, Hocker an Hocker – dicht gestellt die sperrigen Instrumente, auf denen kleine und größere Schüler die nächsten zweieinhalb Stunden über zeigten, was sie gelernt hatten. Optisch glich die Bühne einem Großraumbüro aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts: Schreibmaschine an Schreibmaschine, emsige Damen dahinter. Hier aber wurden Klänge produziert, keine Schreiben.

Thematisch gliederte sich dieser besondere Abend in Stücke aus allen Bereichen der Musik. Es gab Pophits, bekannt aus Funk und Fernsehen, es gab bekannte Melodien aus Musical und Film, neben Weihnachtsliedern, Klassischem, Oldies, Rock folgte gegen Ende auch mal Jazziges („Night and Day“). Die Schüler präsentierten sich an Orgel, Klavier, Bass, Gitarre oder Drums; sie sangen keck und fast lässig „99 Luftballons“ wie Sara Bruhn oder intensiv und Kehle zuschnürend „Castle Of Glass“ von Linkin’ Park wie Marcel Reimann. Mittendrin Schulleiter Werner D. Radtke, der, wo erforderlich, an Orgel oder Drums unterstützte.

Neben Fleiß und Elan in den Monaten zuvor gehörte am Sonnabend noch etwas Entscheidendes dazu: Mut. Mut, als erste auf die Bühne zu treten und vor 280 Menschen zu singen wie Marica Thiele; Mut, weiterzuspielen, wenn ein Stück vor Aufregung nicht ganz so gelingen wollte, wie es sonst schon so oft gelungen ist – zu Hause oder in der Musikschule. Den angespannten, konzentrierten Mienen ist anzusehen, dass da mehr als ein Herz lauter pocht als sonst.

Das Publikum fiebert mit, all die Eltern, Großeltern, Geschwister, Onkels und Tanten halten die Luft an, wenn „ihr“ Musiker da oben an der Reihe ist. „Gut wenn junge Leute so etwas machen, `ne?“ tuschelt es irgendwo aus den Reihen. Da sind sich alle einig. Familie Reimann aus Ascheffel ist, so scheint es, komplett angetreten – inklusive der agilen, fast 90-jährigen (Ur-)Großmutter stehen den Musikschülern Jannes, Marcel und Dominique Reimann mindestens sechs Angehörige zur Seite. Onkel Alfred und Tante Bärbel sind sich einig: „Das ist toll, einige sind hochprofessionell. In der heutigen Zeit ist es ganz wichtig, dass die jungen Leute mit Kultur, mit Musik und Theater in Kontakt kommen.“

Bezaubernd sind Stimme und Stückauswahl von Annalena Wriedt: Bei „Almost Lover“ von A Fine Frenzy ist man nicht ganz sicher, ob man ihre Stimme nicht noch viel lieber mag, als die des Originals .... Jan Stuwe am Klavier erzielt eine ähnliche Wirkung – er zieht die Menschen hinein in „Fly“ von Ludivico Einaudi, das tiefe und melancholische Stück aus dem Film „Intouchables“, und betört mit dem Klang des Pianos.

Toll, was für eine Wirkung und Erfolge aber auch die Kleinen schon erzielen – nach kurzer Zeit mit ihrem Instrument. Als die kleine Lina Sell ans Klavier huscht und loslegt mit „Lasst uns froh und munter sein“, da wird aus dem Solo ein Duo: Ihre kleine Schwester piepst aus dem Publikum: „Da ist meine Schwester – siehst du die?“ Und singt mit, Wort für Wort, auf dem Schoß ihres Vaters. So schnell, wie sie sich ans Klavier setzt, so schnell ist Lina dann wieder verschwunden: Noten her, zack, weg.

Die Melodie, die gute Stimmung, das gute Gefühl, die bleiben. So ist Musik – kaum einer kann sich ihr entziehen.





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