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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 23:09 Uhr

Defizit : Friedhofskosten nicht gedeckt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dörphofer Finanzausschuss hat viele Fragen zur möglichen Beteiligung am Friedhofsdefizit in Karby

von
erstellt am 01.Sep.2017 | 06:57 Uhr

Dörphof | Der Betrieb des Friedhofs der Kirchengemeinde Karby ist nicht kostendeckend. Nach Berechnungen von Frank Göbel (CDU), Bürgermeister aus Dörphof, werde ein Defizit von rund 58  000 Euro aus den Jahren 2014 bis 2017 prognostiziert, alleine rund 33  600 Euro aus 2017. Diese Zahlen stellte er bei der Sitzung des Finanzausschusses vor, wo das Thema Kostenübernahme durch die Gemeinden erstmals in einer der vier schwansener Nordgemeinden beraten wurde.

„Allein aus den Gebühreneinnahmen lassen sich derzeit nicht die Kosten des Friedhofs decken“, hatte die Kirchengemeinde in einem Schreiben an die vier Nordgemeinden geschrieben und um eine finanzielle Übernahme des aufgelaufenen Defizits und um einen „jährlichen laufenden Zuschuss für die Abdeckung des Unterschusses“ gebeten. Eine veränderte Bestattungskultur wurde als Grund angeführt. Ähnliches wird derzeit in Rieseby und Kosel beraten (wir berichteten).

„Es fand ein Treffen mit dem Kirchengemeinderat statt“, berichtete der Finanzausschussvorsitzende Günter Wöhlk (CDU). „Aber da blieben viele Frage offen und es war verwirrend“, ergänzte er, so dass darüber „nicht mal eben so beraten und abgestimmt werden kann“. Der Kirchengemeinderat hatte angeboten, 5000 Euro vom Defizit der Jahre 2014 bis 2016 aus der Grabpflege zu tilgen. Bis 2013 war das Defizit aus der Ausgleichsrücklage der Kirchengemeinde gedeckt worden, die dann aber erschöpft war.

Richtig sei, dass die politischen Gemeinden sich an den Kosten eines Friedhofs zu beteiligen haben, wenn ein sogenannter Simultanfriedhof betrieben wird, erklärte Göbel. Allerdings berief er sich dabei auf Amtsdirektor Gunnar Bock, der bei Beratungen in Rieseby betont hatte, dass das Bestattungsgesetz von „beteiligen“ spreche, nicht aber von einer vollständigen Übernahme eines Defizits, so Göbel. Er hatte sich sehr in das Thema eingearbeitet und berichtete dem Ausschuss, dass es nicht angehen könne, dass die Gemeinden das Defizit tragen, die Kirchengemeinde aber an der derzeitigen Friedhofstruktur und Erhebung der Gebühren nichts ändere. So könne er nicht verstehen, warum die Kirchengemeinde in einigen Fällen auf die Erhebung der Gebühr verzichtete, „wozu der Kirchengemeinderat allerdings das Recht hat“, so Göbel. Im Jahr 2016 seien das rund 2000 Euro gewesen, berichtete er. Wenn das seit vielen Jahren Praxis sei, dann mache dies einen guten Teil des Defizits aus, so seine Vermutung.

Wenn überhaupt das Defizit durch die Gemeinden getragen werden könnte, dann müssten auch alle Gemeinden im Boot sein, deren Bürger zum Kirchengemeindegebiet gehören, befand der Ausschuss. So gehören dazu neben Brodersby, Karby, Winnemark und Dörphof auch die Ortsteile Schwastrum und Fischleger (Damp) sowie Kopperby und Olpenitz (Kappeln).

„Wir brauchen Einblick in die Sachbücher der Kirche aus den Vorjahren und mehr Klarheit“, stellte Göbel fest. Interessant sei auch eine Änderung im Steuerrecht hinsichtlich der Grabpflege ab 1.1.2017. Diese sei danach keine hoheitliche Aufgabe mehr und unterliege nun dem Umsatzsteuerrecht. Die Folge erklärte Göbel: „Im Haushalt 2017 des Friedhofs sind keine Einnahmen mehr aus der Grabpflege verbucht, die bisher zur Deckung des Betriebs beitrugen.“ Und es gebe noch sehr viel mehr Fragen zu klären, fasste Wöhlk zusammen.

Die Idee aber, dass Dörphof Gespräche mit Nachbargemeinden aufnimmt, um möglicherweise einen eigenen Friedhof oder einen Zweckverband Friedhof zu bilden, empfand Martin Banck (CDU) als zu weitreichend. Es müsse zunächst ganz klar um einen Verbleib des Friedhofs bei der Kirche gehen, „das ist das oberste Ziel“. Es sollen weitere Gespräche mit dem Kirchengemeinderat und den Nachbargemeinden geführt werden, um eine Lösung zu finden, so der Tenor.

Der Ausschuss empfahl einstimmig, dass mehr Informationen der Kirche über die Jahre 2011 bis 2016 benötigt werden und dass bei einer Beteiligung am Defizit alle Einwohner (Gemeinden) aus dem gesamten Kirchengemeindegebiet berücksichtigt werden müssten. Darüber hinaus könne eine Kostenbeteiligung in der Zukunft nur bei einer kostendeckenden Haushaltsplanung erfolgen. Auch sollen weitere Gespräche mit anderen Gemeinden geführt werden.

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