Friedhofsdefizit : Friedhof bleibt an der Kirche

Sind sehr froh über die gefundene Lösung zum weiteren Betrieb des Friedhofs in Trägerschaft der Kirchengemeinde Rieseby: Pastor Jörg-Michael Schmidt (v.l.) Riesebys Bürgermeister Jens Kolls und Looses Bürgermeister Gerd Feige.
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Sind sehr froh über die gefundene Lösung zum weiteren Betrieb des Friedhofs in Trägerschaft der Kirchengemeinde Rieseby: Pastor Jörg-Michael Schmidt (v.l.) Riesebys Bürgermeister Jens Kolls und Looses Bürgermeister Gerd Feige.

Kirchengemeinde setzt Friedhofsträgerschaft in Rieseby fort. Rieseby und Loose beteiligen sich an Defizit und Betriebskostenkosten.

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21. Februar 2018, 06:30 Uhr

Rieseby | Der Friedhof an der Riesebyer St.-Petri-Kirche bleibt in Trägerschaft der Kirchengemeinde. Der Kirchengemeinderat hob bei seiner Sitzung in dieser Woche den Aufhebungsbeschluss für die Aufgabe der Trägerschaft auf. Zugleich haben die politischen Gemeinden Rieseby und Loose ihre finanzielle Beteiligung am Friedhofsbetrieb beschlossen. „Wir freuen uns, dass wir eine einvernehmliche Lösung gefunden haben“, sagt Pastor Jörg-Michael Schmidt. Und auch die Bürgermeister Jens Kolls (Rieseby) und Gerd Feige (Loose) betonen, dass auch sie froh sind, eine Lösung des seit Jahren andauernden Konflikts noch vor der Kommunalwahl im Mai gefunden zu haben.

Im Detail sichern Rieseby und Loose für die Jahre 2018 bis 2022 jährlich einen Zuschuss von 10 000 Euro für den Friedhofsbetrieb zu. Rieseby trägt aufgrund der höheren Bevölkerungszahl 76, Loose 24 Prozent. Die Kirchengemeinde ihrerseits entlastet den Friedhofshaushalt um 5000 Euro im Jahr, indem die Arbeiten des Friedhofsmitarbeiters im Bereich der Geländepflege im Umfeld der Kirche (Kirchhof) getragen werden. Diese Berechnung wird die Kirchengemeinde auch rückwirkend für das aufgelaufene Defizit von vermutlich 90 000 Euro bis Ende 2017 anwenden und sich so am Defizit beteiligen. Die Gemeinden Rieseby und Loose tragen zusammen 50 Prozent des Defizits (Rieseby 38 Prozent, Loose 12 Prozent).

Aufgewertet um zahlreiche Aufgaben und mit „Autorität und Verantwortung“ ausgestattet wird das 2013 gegründete Kuratorium. Dort kommt den je zwei Mitgliedern der politischen Gemeinden, dem Kirchengemeinderat und je einem Fachmann vom Amt Schlei-Ostsee und der Kirchenkreisverwaltung die Aufgabe zu, gemeinsam den Betrieb und die Optimierung des Friedhofs zu begleiten. Dort sollen Ideen erarbeitet werden, um auf das geänderte Bestattungsverhalten zu reagieren – um neue Möglichkeiten der Bestattung zu ermöglichen. Gegenüber vor 25 Jahren haben sich die Anteile von Erdbestattung zu Urnenbestattung getauscht, so Schmidt. Heute sind es vielleicht zehn Prozent Erdbestattung und 90 Prozent Urnenbestattung, was sich massiv auf den Gebührenhaushalt und den Arbeitsaufwand im Friedhof auswirkt.

„So eine Umgestaltung des Friedhofs kann nur Schritt für Schritt erfolgen und ist langfristig angelegt“, sagt Gerd Feige. Nur die Gebühren anzuheben, sei kontraproduktiv. Er ist froh, dass der Friedhof als Kulturdenkstätte bleibt, wo er ist, an der Kirche.

Jens Kolls begrüßt die gefundene Lösung. „Die Erleichterung ist bei allen groß“, sagt er und verweist auf die einstimmige Beschlussfassung in der Gemeindevertretung. Viele Bürger hätten die Gemeindevertreter im Vorfeld angesprochen und endlich eine Lösung gefordert. „Das hat uns Auftrieb gegeben, um intensiv das Gespräch zu führen“, sagt der Bürgermeister. Er sei froh, dass der Friedhof rund um die Kirche erhalten bleibt. Die Gemeinde wird die Idee eines eigenen Friedhofs fallen lassen.

Ob das Modell Rieseby übertragbar auf andere Kirchengemeinden mit vielleicht vergleichbaren Defiziten im Friedhofsbetrieb ist, könne sie nicht sagen, stellt die Pressesprecherin des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, Inga Lange, fest. Beim Thema Friedhof hat immer die Kirchengemeinde die Hoheit, da kann die Kirchenverwaltung wenig sagen.

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