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Eckernförder Zeitung

25. September 2017 | 21:03 Uhr

Freundschaft über Kontinente hinweg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Willkommens-Barbecue für kanadische Austauschschüler in Ascheffel / Gäste aus Übersee bleiben drei Monate

Das Gelächter ist noch auf der Straße zu hören. Fünf Jugendliche aus Schleswig-Holstein und fünf Schüler aus dem kanadischen Saskatoon feiern im Garten von Familie Reimann in Ascheffel ihr Wiedersehen mit einem Grillabend. Unter ihnen auch Marcel Reimann. Der 17 Jahre alte Ascheffeler besucht die Jungmannschule. Das Eckernförder Gymnasium ist in diesem Jahr Organisator des Austausches, an dem sieben Gymnasien aus Schleswig-Holstein und drei Schulen aus Saskatoon teilnehmen.

„Es war echt der Hammer“, erinnert sich Marcel noch gerne an seine Zeit in Kanada zurück. Drei Monate lang, von August bis November 2013, war er dort. Die Kultur sei eine ganz andere als in Deutschland. „Die Menschen sind viel offener“, hat Marcel beobachtet. Der Ascheffeler ist in Kanada auch zur Schule gegangen und hat neben den Pflichtfächern Englisch und Geschichte Kurse in Gitarre, Kochen und Tischlerei belegt. „Ich habe für alles Noten bekommen“, berichtet Marcel. Sogar im Fach „Gitarre“. Komponieren und Vorspielen wurden abgeprüft. Jeden Tag hatte der Ascheffeler denselben Stundenplan. Ob das langweilig war? „Nein, weil ich ja diese coolen Fächer hatte.“ Von 8.45 bis 15.25 Uhr war er in der Schule, zwischendurch war Mittagspause.

„Ich hatte so eine tolle Zeit“, zieht Marcel ein Fazit. „Das ist fürs ganze Leben.“ Er habe viele neue Menschen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen. Über Facebook und Skype hat er noch immer Kontakt zu einigen. So auch zu Addison Herman, seinem Austauschpartner, der jetzt den Gegenbesuch angetreten hat. „Das Essen schmeckt“, schildert der 16-Jährige seine ersten Eindrücke. „Das Brot ist gut. Das Weißbrot in Kanada schmeckt nach gar nichts.“

Das Essen in Deutschland schmeckt auch Dominique Panko. In der Bundesrepublik gebe es mehr hausgemachte Mahlzeiten. In Kanada kauft sie sich ihr Mittagessen, in Deutschland bekommt sie Sandwiches mit zur Schule. Und noch etwas ist anders in ihrer Heimat: „Ich habe noch nie im April Blumen gesehen“, sagt Dominique. „Zuhause schneit es gerade.“

Drei Monate haben die jungen Kanadier Zeit, Deutschland und den Alltag ihrer Austauschpartner kennenzulernen. „Die persönliche Entwicklung steht im Mittelpunkt“, sagt Kirsten Schmöckel, Koordinationskraft für den Austausch an der Jungmannschule. Es gehe darum, eine Beziehung zueinander aufzubauen. „Es ist ein sehr renommierter Austausch mit persönlicher Betreuung“, berichtet Schmöckel. Sie hat die deutschen Schüler nach Kanada begleitet und sich einige Tage lang vergewissert, dass sie gut untergebracht sind. Linda Prefontaine hat die Kanadier nach Deutschland begleitet. „Die Erfahrung, die die Schüler machen, begeistert mich sehr“, sagt Schmöckel und Prefontaine berichtet von jungen Menschen, die sich auf dem Austausch kennengelernt und später sogar geheiratet haben.

Auch dieses Mal scheint das Konzept aufzugehen. Jugendliche aus Deutschland und Kanada sitzen zusammen am Lagerfeuer, grillen Stockbrot, lachen und haben Spaß zusammen. „Dominique ist meine beste Freundin und Schwester zur gleichen Zeit“, sagt Wiebke Jessen aus Tarp. Drei Monate bleiben die Kanadier in Deutschland. Dann geht es wieder zurück nach Hause – mit ganz vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck.

 

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