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Literatur im Gemeindehaus : Freude an Sprache und Geschichten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Knut Kammholz, Beate Kennedy und Jürgen Bauer laden auch 2014 wieder zu sechs Literaturabenden ein – erstmals ins Gemeindehaus Brookhörn. Die Literaturkenner haben sechs Werke ausgewählt, aus denen vorgelesen und anschließend diskutiert wird.

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erstellt am 21.Dez.2013 | 06:32 Uhr

Die dunkle Jahreszeit bedeutet nicht nur Kälte, Eis und Schnee, sondern auch Zeit für gute Bücher. Fünf davon werden in der Reihe „Literatur im Gemeindehaus“ an sechs Abenden im Gemeindehaus Brookhörn 18 von drei ausgewiesenen Eckernförder Literaturliebhabern und -kennern vorgestellt: Beate Kennedy, Knut Kammholz und Jürgen Bauer. Die promovierte Germanistin und Lehrerin am Beruflichen Gymnasium in Kiel, der Propst i.R. und der pensionierte Gymnasiallehrer sind das „Literarische Trio“, das den Literaturintererssierten seit Jahren bes

ondere Autoren, Bücher und Geschichten nahebringt. Gründer und „Urzelle“ des Literaturkreises ist Knut Kammholz, der schon 1979 in seinem Pastorat im fernen Neu-Delhi deutsche Literatur für Deutsche in Indiens Hauptstadt anbot und diese sehr beliebten literarischen Kolloquien mit nach Deutschland brachte und fortwährend gestaltete. Mit Beate Kennedy und Jürgen Bauer hat er nun profunde Mitstreiter gefunden, die seine Leidenschaft fürs gedruckte Wort und hervorragende Literatur teilen und auch vermitteln wollen. Nach Jahren der privaten Literaturstunden zunächst im Pastorat und später in der Osterrade heißt es ab dem 2014 „Literatur im Gemeindehaus“: Erstmals werden die Bücher im Gemeindehaus Brookhörn, in das Pastor Manfred Adam einziehen wird, vorgestellt und anschließend diskutiert. Dort ist reichlich Platz für alle Interessierten, die möglichst auch die Bücher, um die es geht, auch gelesen haben sollte - das ist aber keine Voraussetzung, an den Abenden teilzunehmen, zuzuhören und mitzudiskutieren.

Den Anfang macht am 6. und 20. Januar Jürgen Bauer. Er hat sich drei Kurzgeschichten von James Joyce aus dem Band „Dubliner“ ausgesucht. Er schätzt den 1882 geborene irischen Schriftsteller und hat ihn und seine Werke einst auch von seinen Schüler bearbeiten lassen. Am 6. Januar werden die Geschichten „Entsprechungen“ und „Eveline“ vorgetragen und diskutiert, am 20. Januar folgt „Die Toten“.

Am 3. Februar stellt Knut Kammholz „Kaltblütig“ von Truman Capote vor. Ein Krimi mit realem Hintergrund und Gangstern, für den Capote sechs Jahre recherchiert hat. Darin beschreibt er den blindwütigen Mord an einer Farmerfamilie in Kansas. „Sachlich erzählt, ein großes Lesevergnügen“, urteilt Kammholz.

Beate Kennedy ist am 17. Februar mit „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“ von Taiye Selasi an der Reihe. Der in London lebende und aus Afrika stammende Schriftsteller beschreibt die durchaus mit biografischen Bezügen versehene Geschichte eines in die USA ausgewanderten Arztes, der sich als Schwarzer im Bürgertum etabliert, dem aber unter – von der Familie des Patienten unter Druck gesetzt – ein Kunstfehler unterläuft. Der Patient stirbt, der Arzt wird entlassen, macht sich schwerste Vorwürfe, möchte seiner Familie die Schmach ersparen und geht kurzentschlossen zurück nach Afrika(Originaltitel „Ghana go home“). Als der Arzt stirbt, reisen seine Kinder nach Ghana – die Aufarbeitung der familiären Wurzeln beginnt. Kennedy schätzt den „modernen, reflektierenden Erzählstil “ der Familiensaga.

Geradezu ins Schwärmen gerät Knut Kammholz bei seinem zweiten Buch, das er am 3. März vorstellt: „F“ von Daniel Kehlmann. Der Autor des Erfolgsromans „Die Vermesseung der Welt“ zeichne sich auch bei „F“ durch seine „hohe Qualität“ und Erzählkunst aus. Kehlmann beschreibt darin die „Geschichte eines großen Scheiterns“ dreier Kinder aus den zwei Ehen ihres Vaters: Martin, der dicke, verklemmte katholische Priester, der an nichts glaubt, schon gar nicht an Gott, ist nur mit seinem Zahlenwürfeln beschäftigt. Ivan der Anlageberater, lebt zwar auf großem Fuß, aber nur auf Pump. Und Erik, der schwule Maler, der übers Mittelmaß nicht hinauskommt, verdient seinen Lebensunterhalt mit gefälschten Bildern. „Ein Lesevergnügen, gut geschrieben und doppelbödig“, so Kammholz.

Der Abschluss am 17. März ist Beate Kennedy vorbehalten. Sie hat sich den Roman „Das größere Wunder“ von Thomas Glavinic ausgesucht. Sie beschreibt den Autoren als Vertreter der Lifstyle-Generation, immer auf der Suche nach dem Kick und scheinbar alles schon gesehen und erlebt. Glavinics „abgedrehte“ Geschichte beschreibt den Lebensweg von Jonas, der aus einer kaputten Familie kommt und nun bei seinem mafiösen Adoptivvater Pikko viel Brutalität erlebt. Jonas freundet sich dessen Sohn an und will mit ihm den Mount Everest besteigen. „Eine Parabel auf den modernen Menschen“, urteilt Kennedy.

Zu diesen Abenden sind alle Literaturliebhaber herzlich eingeladen.

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