zur Navigation springen

Freizeit und Bildung : Freizeit und Bildung im Schloss Noer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vor 50 Jahren wurde aus einem einstigen Adelssitz eine Jugendeinrichtung mit Schwerpunkt Musik / Sommerfest am Sonnabend ab 13 Uhr

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 07:06 Uhr

Noer | Einst lebte hier der Landadel Schleswig- Holsteins, zuletzt die Gräfin zu Rantzau, die im Jahre 2012 im Alter von 105 Jahren verstarb. Sie hatte das Schloss Noer 1961 mit dem gesamten Anwesen dem damals noch jungen gemeinnützigen Verein Gesellschaft für Jugendeinrichtungen verkauft. „Damals waren die Gebäude neben dem Schloss, Reitstall und Inspektorenhaus, in einem sehr schlechten Zustand“, erklärt der Vereinsvorsitzende Volker Möller. Deshalb wurde das Haus renoviert und gleichzeitig zu einer Jugendherberge umfunktioniert. Zunächst das Hauptgebäude, was vor 50 Jahren, am 8. Juli 1967 zum ersten Mal belegt war mit Schülern der Kieler Gelehrtenschule. 1995 wurde das Inspektorenhaus und 1990 der Reitstall in Betrieb genommen. Seitdem verfügt die Einrichtung über 143 Betten in drei Gebäuden.

Neben der Besonderheit, Jugendliche in einem derartigen Anwesen zu beherbergen, wurde schnell klar, dass diese alten, herrschaftlichen Gebäude über eine besondere Akustik verfügen. Damit war der Schwerpunkt gelegt: Musik. In das Jugendgästehaus kommen das ganze Jahr über Musikergruppen jeglicher Couleur: „Wir haben Schulorchester- und Chöre, private Musikergruppen, Musiker von Universitäten von Klassik bis Jazz und Pop“, sagt Hausleiterin Dorothee Hamprecht, die seit 24 Jahren auf Schloss Noer tätig ist. Das ergebe immer eine bunte Mischung an Menschen, so Hamprecht. Schulklassen, Kindergartenkinder, Professoren, Lehrer und Familientreffen, auf Schloss Noer ist für alle Platz und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn neben den Schlaf- und Esszimmern, verfügen die Gebäude jeweils über mindestens einen Proberaum, einen Spielraum mit Tischkicker, Tischtennis und Billardtischen. „Wir haben hier eine riesige Anlage gekauft, damals war uns witziger Weise nicht mal bewusst, dass wir sogar ein Mausoleum auf dem Gelände haben, was wir natürlich unterhalten müssen“, sagt Möller. Des Weiteren verfügt das Gelände über einen großen Park und einen Wald, die unter Denkmalschutz stehen.

Im Laufe der Jahre haben sich viele regionale Kooperationen ergeben. So bietet der Gettorfer Geologe, Johannes Jannsen, einen Strandspaziergang der besonderen Art mit anschließendem Fossilgießen an. Der Dorfarchivar der Gemeinde Noer, Peter Schoß, bietet Führungen durch das Mausoleum an, das Versuchsgut Lindhof erklärt die Landwirtschaft mit allen Sinnen und die Fördeakademie bietet erlebnispädagogische Porgrammbausteine an. „Der Vorteil an diesem Standort ist die Nähe zum Wasser und zu den vielen Kooperationspartnern“, so Hamprecht. Die Gäste reisen aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen an. „Zum Teil kommen hier Lehrer mit ihren Schülern her, die waren hier selbst als Schüler“, sagt Möller.

Da ein altes Haus viel Pflege braucht, ist die Einrichtung auf eine gute Belegung angewiesen, da sie sich dadurch finanzieren. Neben Standorten auf Sylt, Timmendorfer Strand und Helgoland, ist Noer mit einer ganzjährigen Belegung gut ausgelastet.

Zum 50-jährigen Jubiläum feiert die Einrichtung, zusammen mit den Kooperationspartnern, am Sonnabend, 8. Juli, ein großes Sommerfest mit buntem Programm für Groß und Klein. Von 13 bis 17 Uhr öffnet Schloss Noer seine Türen für Jedermann. Neben Spiel und Spaß gibt es ein musikalisches Rahmenprogram von den Kindern und Jugendlichen des Heinrich-Heine-Gymnasiums aus Heikendorf. Nicht fehlen darf das Kieler Gelehrten Gymnasium, die ersten Gäste des Hauses geben ebenfalls ein Ständchen zum Jubiläum. Der Osdorfer Oldtimerclub kommt mit seinen alten Traktoren und für das leibliche Wohl ist gesorgt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen