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Kleingarten : Freie Parzellen für Obst und Gemüse

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kleingartenverein Barkelsby fehlen die Mitglieder / Vorsitzender Alf Marten steht Interessierten mit Rat und Tat zur Verfügung

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 06:04 Uhr

Barkelsby | Ob Kartoffeln, Möhren, Erdbeeren, Kopfsalate, Stachelbeeren, Rhabarber, Kräuter oder frisches Baumobst und Schnittblumen – Alf Marten nutzt seinen Kleingarten in Barkelsby intensiv. Seit rund 20 Jahren ist der 72-jährige Vorsitzender des Kleingartenvereins Barkelsby. Zählte der Verein zu seiner Gründung 1947 insgesamt noch fünf Anlagen in der Gemeinde, wobei fast sieben Hektar Fläche bewirtschaftet wurden, so stehen derzeit nur noch elf Parzellen mit je 300 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Vier der Parzellen sind unbelegt, zwei weitere würden bei einem Nachfolger ihre Anlage abgeben.

Die Zahl der Mitglieder stieg nach dem Zweiten Weltkrieg rasant an, erzählt Marten. „Jeder wollte oder musste Nahrungsmittel anbauen“, berichtet er. In den 70er-Jahren kippte das Interesse am Kleingarten. Anlage um Anlage wurde aufgegeben, bis nur noch eine Anlage nördlich des Sportplatzes über blieb. Und auch dort fällt es Alf Marten schwer, Interessenten zu finden. Der Verein zählt nur noch sechs aktive und sechs passive Mitglieder. Zuletzt musste Gerhard Krüger seine Parzelle aufgeben. Er ist jetzt passives Mitglied. „Ich hätte gerne weiter gemacht, aber gesundheitlich geht es nicht mehr“. Groß geworden auf Gut Stubbe bewirtschaftete er immer einen Nutzgarten. Als er vor etwa 14 Jahren aus Rieseby nach Barkelsby kam, nahm er sogleich den Boden im Kleingarten unter den Spaten.

Damit die Anlage ansehnlich bleibt, bemüht sich Marten, das Nötigste zu tun. Er mäht den Rasen und hält die Blumenbeete am Hauptweg sauber. Viel mehr schafft er aber nicht. Auf Dauer kann er das nicht leisten, räumt er ein. Sehr gerne würde er jungen Familien oder Interessierten die eine oder andere Parzelle zur Bewirtschaftung anbieten. Die Jahrespacht ist sehr gering. Mit Rat und Tat würden er und die weiteren aktiven Kleingärtner neue Mitglieder unterstützten.

„Was man hier erntet, ist gesund“, sagt Marten. Auf chemischen Pflanzenschutz verzichten sie alle. Sie verwenden Brennesselsud, womit sie Blattläuse biologisch abwehren oder Unkraut in Grenzen halten. Marten setzt Pferdemist als Dünger ein und sie sammeln Nacktschnecken ab und setzten sie jenseits der Au aus. Gegen Kaninchen zäunen sie ihr Gemüse ein. Die Qualität ist sehr gut, „und man weiß, was in Obst und Gemüse drin ist“, erklärt der Vereinsvorsitzende und freut sich schon auf die ersten neuen Kartoffeln aus dem Garten. Statt teure Ware aus aller Welt im Geschäft zu kaufen, geht er in den eigenen Garten und erntet.

Bürgermeister Fritz Blaas lobt auf Nachfrage der EZ den Einsatz der Kleingärtner. Zugleich verweist er darauf, dass sich die Fläche des Kleingartenvereins im Eigentum der Gemeinde befindet. Bei einer Untersuchung möglicher weiterer Bauflächen in der Gemeinde im Vorjahr war „die Fläche mit der Priorität zwei versehen worden“. Eine Bebauung ist auf jeden Fall denkbar, so Blaas. Denn, bevor die Gemeinde Bauflächen kaufen würde, würde sie erst eigene Flächen verwerten, stellt Blaas fest.

Wie auch immer. Alf Marten wird, so lange es geht, seinen Kleingarten nutzen. Zuviel Spaß macht ihm die Arbeit. Die erste Ernte 2017 hat er schon eingefahren. „Ich habe schon Rhabarber geerntet“, berichtet er und freut sich auf das bevorstehende Gartenjahr.

Infos bei Alf Marten unter Tel. 04351/84627

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