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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 15:21 Uhr

Junior Coach : Frauenpower beim Trainernachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das DFB-Pilotprojekt „Junior Coach“ wird an der Grund- und Gemeinschaftsschule besonders von Mädchen angenommen. Zehn Schülerinnen stehen hier drei Jungs gegenüber, die alle ihre Freizeit opfern wollen, um den Nachwuchs zu trainieren.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 06:04 Uhr

Eckernförde | Um den Fußballnachwuchs ist es gut bestellt. Doch immer mehr beklagen Vereine fehlenden Nachwuchs und vor allem auch fehlende Trainer. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat deshalb ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, bei dem Schüler eine Ausbildung zum Junior Coach – sprich zum Trainer für Kinder und Jugendliche – absolvieren können. An 52 Schulen bundesweit wird diese Ausbildung angeboten, in Schleswig-Holstein sind Schulen aus Burg und Gettorf dabei, Meldorf und Schönberg kommen noch hinzu. Und auch die Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde mischt mit.

Kein Wunder, war Gerhard Schröder hier doch bis zu seiner Pensionierung Konrektor. Der Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) ist ebenfalls Mitglied in der DFB-Schulfußballkommission und treibt das Projekt maßgeblich voran. Das Ungewöhnliche an der Grund- und Gemeinschaftsschule: Nur drei Jungs, aber dafür zehn Mädchen haben sich für die Ausbildung zum Junior Coach angemeldet. Jede der Schülerinnen hat eine Affinität zum runden Leder. Und viele ein Problem: In vielen Vereinen gibt es keine Mädchenmannschaft, in anderen nur in einigen Altersklassen. Die meisten der zehn Schülerinnen zwischen 15 und 16 Jahren spielen also selbst nicht Fußball in einem Verein. So wie Jacline Mund: „Ich habe früher gespielt, doch dann hatten wir keine Mannschaft mehr.“ Die Leidenschaft bleibt jedoch. Und auch andere Motive spornen sie an, wie Janina Hainer sagt: „Ich finde es interessant, mit Kindern zu arbeiten.“

Das ist auch auf andere Bereiche übertragbar: „Mit dem Junior Coach haben die Schülerinnen eine qualifizierte Ausbildung für die Leitung von Gruppen“, sagt Gerhard Schröder und betont die Förderung der Sozialkompetenz durch das Projekt. Ebenso Schulleiter Johann-Christoph Alsen: „Eine der wichtigsten Regeln im Leben ist die des Gebens und Nehmens“, sagt er. „In diesem Projekt geben die Schüler ihre Zeit und nehmen das Angebot des DFB an. Gleichzeitig geben sie ihre Freizeit und nehmen eine Aufgabe in der Gesellschaft wahr. Die Zeit der Egoshooter ist vorbei.“

Wichtig sei es, so Gerhard Schröder, dass die Schüler nach der Ausbildung auch die Gelegenheit bekommen, das Gelernte anzuwenden. Dafür gibt es „Kümmerer“: Seitens des Kreisfußballverbandes übernimmt die Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses, Marina Burath aus Groß Wittensee, diese Aufgabe. Und auch die Lehrer Annette Grütter und Matthias Daniel „kümmern“ sich darum, die neuen Junior Coaches in Vereinen als Trainer bis zur C-Jugend oder an Schulen für Fußball-AGs oder Projektwochen unterzubringen.

Doch zunächst müssen die 13 Schülerinnen und Schüler ihre 40 Lerneinheiten absolvieren. Das geschieht im Rahmen der Vorhabenwoche an der Schule. Darauf lässt sich danach für weitere Trainerscheine aufbauen. Dass sie ihr Zertifikat bald in Händen halten, davon ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Johanna Elteste, überzeugt, und hat in Vorfreude allen Teilnehmerinnen – und Teilnehmern – Fußbälle zum Üben geschenkt.

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