Frauenporträts in Eckernförde

Bronze-Plastik von Karl-Heinz Goedtke an der Strandpromenade.
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Bronze-Plastik von Karl-Heinz Goedtke an der Strandpromenade.

Bemerkenswerte Bilder und Skulpturen in der St.-Nicolai-Kirche, an der Rückseite der Konzertmuschel und an der Strandpromenade

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29. Dezember 2017, 06:59 Uhr

Auf Wanderungen durch unsere Heimatstadt begegnen wir immer wieder Porträts interessanter Frauen. In der Kirche St. Nicolai stellen sich Stifterinnen aus der Barockzeit vor, im Stadtmuseum begegnen uns Fotos von Frauen im Alltag, am Strand zeigen sich Denkmäler von Nixen und Badenden. Eine kleine Auswahl von Frauengesichtern sei hier vorgestellt, zum Teil allseits bekannt, zum Teil bewusst versteckt aufgestellt.

Von Bildhauer Karl-Heinz Goedtke stammt das jüngste Porträt. Wir treffen im Verbindungsweg zwischen Jungfernstieg und Standpromenade auf die Bronze-Plastik eines Mädchens im Badeanzug, das einen Jungen an der Hand führt. Titel des Denkmals ist „Auf dem Weg zum Strand“: Das Mädchen trägt eine Schaufel, beliebtestes Spielgerät im Sand, der Junge ist, bis auf einen Sonnenhut, nackt dargestellt.

Das älteste Denkmal einer Frau ist in einem barocken Epitaph in St. Nicolai zu finden. Vom bedeutenden Bildschnitzer Gudewerth d. J. geschaffen, erinnert es an den Eckernförder Ratsherren Börnsen und – noch eindringlicher – an seine Frau Frauke. Inmitten eines kunstvoll geschnitzten Rahmens erscheint das Ehepaar auf einem außergewöhnlichen Gemälde. Das Stifter-Ehepaar nimmt über die Hälfte des Kunstwerks ein, eher in den Hintergrund gedrängt ist das religiöse Motiv einer Kreuzigung. Man hat den Eindruck, dass Frauke Börnsen (die ihren Mann um Jahre überlebte) einen guten Maler zur Erstellung eines realistischen Porträts einlud. Wir erkennen ein Gesicht mit Spuren eines erfolgreichen Lebens und großem Selbstbewusstsein.

Das dritte Bild einer Frau ist geheimnisvoll. Es erschließt sich nur dem, der bereit ist, durch Büsche, Äste und Unkraut zu kriechen. Dann trifft er auf ein auf Beton gemaltes Bild einer Gruppe von Mitarbeitern des Gartenbauamtes mit der hier abgebildeten Anja Schöning. Der Maler Lothar Lüders aus Großvollstedt hatte den Auftrag der Stadt erhalten, die Konzertmuschel am Kurstrand mit einem Bild der Stadt zu verbinden. Fast im Stil eines guten Graffiti-Künstlers schmückte Lüders die Bühne mit einem weitgefassten Blick auf die Fördestadt. Auf der nicht zugänglichen Rückseite porträtierte er, quasi auf eigene Rechnung, Mitarbeiter des Gartenbauamtes mit Anja Schöning in der Mitte.


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