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Schüleraustausch : Franzosen kriegen es gebacken

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Schüleraustausch zwischen „Perpignan“ und der Peter-Ustinov-Schule offenbart Unterschiede bei Festen und räumt mit Klischees auf.

Im siebten Jahr findet nun schon der Austausch zwischen der südfranzösischen Stadt Perpignan und der Peter-Ustinov-Schule statt. „Dieses Jahr wäre er aufgrund der Anschläge in Paris aber beinahe ausgefallen“, erzählt die Lehrerin Johanne Dubicki. Zwar war keines der Kinder direkt betroffen, aber im Zuge des Ausnahmezustands wurde in ganz Frankreich ein Ausreiseverbot erklärt. Somit waren eigentlich auch Austauschfahrten verboten. „Wir freuen uns, dass es wegen des Engagements der Schulleitungen trotzdem geklappt hat“, sagt Kerrin Delbecq, die die französischen Kinder begleitet.

Das dominante Thema beim Schulaustausch waren in diesem Jahr die Unterschiede bei der Begehung von Festen, besonders Weihnachten. In der südfranzösischen Heimatstadt der Jugendlichen stehen Palmen, daher komme bei ihnen erst recht spät Festtagsstimmung auf, berichteten sie einhellig. Besonders die norddeutschen Weihnachtsmärkte machten enormen Eindruck: „Wir waren zusammen in Lübeck auf dem Weihnachtsmarkt, sechs Stunden in der Kälte und die Franzosen waren traurig, dass kein Schnee lag“, sagt die 16-jährige Saskia Hagedam.

Gestern backten die Kinder in der Schulküche zusammen Plätzchen. Zu den klassischen Weihnachtskeksen kamen noch Bratapfel-Zimt-Schnecken, Spitzbuben und eigene Kreationen. Für die französischen Austauschschüler war das Backen eine ganz neue Erfahrung. „ Wir Franzosen backen eigentlich nicht, wir kaufen die Sachen eher, aber hier macht das super viel Spaß“, sagt die mehlverschmierte Salima Daoudi.

Natürlich achteten die Lehrer darauf, dass der Sprachaustausch gefördert wurde, so waren die einzig zulässigen Sprachen Deutsch und Französisch. Angeregte Gespräche wurden in beiden Sprachen geführt. „Wenn alle Stricke reißen, haben wir ja noch Hände und Füße“, sagt Paul Kirchner. Der Sinn des Austausches ist es, generell die Sprachkompetenz der Kinder zu fördern. Dass dieses Ziel erreicht wurde, glaubt der 18-Jährige auf jeden Fall. Seiner Meinung nach hat er in der letzten Woche besser französisch gelernt, als in den Monaten zuvor. Dies liege nicht an den Lehrern, sondern an der gezwungenen Praxis, die durch den Austausch gefordert wird.

Zudem biete der Austausch in der Vorweihnachtszeit viele Themen, über die man sich unterhalten könne. Während des Aufenthalts in Deutschland, stehen die deutschen Nationalfeiertage und die Unterschiede bei Ritualen an Weihnachten zwischen Deutschland und Frankreich im Fokus. Auch lernten die Franzosen viel über die Wiedervereinigung Deutschlands und die Bräuche an Silvester. „Wir haben zusammen ’Dinner for one’ geguckt“, berichtet Paul Kirchner. „Während wir uns weggeschmissen haben vor Lachen, saßen die Franzosen ungerührt da. Der Humor ist schon sehr unterschiedlich.“ Generell wurde viel über Klischees gesprochen. Juliette Redonet findet es lustig, dass die Deutschen gar nicht so viel Bier trinken, wie man in Frankreich immer denkt. Generell hätten sich viele Klischees zerstreut.

Nachdem die letzten Kekse gegessen waren, informierten die Lehrer die Jugendlichen darüber, dass die Rückfahrt am Sonntag um 6 Uhr früh anstehe. Dies war der einzige Zeitpunkt, in dem relativ lauter Unmut zu hören war. Im Februar sehen sich die Schüler aber in Frankreich wieder. Foto: 

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