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Waabs : Fracking-Diskussion frustriert die Politiker

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Gemeindevertreter diskutierten über das FlaRak-Gelände und Fracking. Eine Demo ist für den 19. September geplant.

Das Thema Fracking erhitzt die Gemüter weiter. Bei der Waabser Gemeindevertretersitzung am Dienstag kam es schon zur Sprache, bevor der entsprechende Tagesordnungspunkt überhaupt an der Reihe war.

„Wir gehen davon aus, dass das Gold unserer Erde nicht schwarz sondern durchsichtig ist und sprudelt. Unser Trinkwasser muss unbelastet bleiben“, sagte Bürgermeister Udo Steinacker (CDU) und kündigte eine Demonstration gegen Fracking an, die vom Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen organisiert wird: Am 19. September startet um 17 Uhr ein Protestzug an der Schule Mittelschwansen. Ursula Fröhler (SPD) zeigte sich von dieser Veranstaltung begeistert: „Das geht uns alle an, wir müssen alle Nein sagen und dagegen demonstrieren.“

Bruno Kruse (CDU) nutzte die Gelegenheit, um seiner Frustration bezüglich der Fracking-Thematik Ausdruck zu verleihen: „Nach über 20 Jahren in der Gemeindevertretung lerne ich jetzt kennen, was höhere Politik ist. Ich spüre eine Machtlosigkeit und fühle mich als Gemeindevertreter über den Tisch gezogen.“ Einstimmig verabschiedeten die Gemeindevertreter eine allgemeine Resolution der Bürgerinitiative gegen Fracking Schleswig-Holstein.

Neben dem Fracking ging es in der Sitzung um die Nutzung des FlaRak-Geländes. In einem Beschluss vom 20. Februar 2006 ist die wirtschaftliche Nutzung des Geländes vorgeschrieben – was nun für Diskussionen sorgte. Die Wählergemeinschaft Waabs (WGW) und die SPD wollten den alten Beschluss aufheben, um sich für die weitere Nutzung des ehemaligen Militärgeländes alle Möglichkeiten offen zu halten. Ursula Fröhler (SPD) erklärte, dass vor acht Jahren eine ganz andere Situation ausschlaggebend gewesen sei. Der Fokus auf einer wirtschaftlichen Nutzung liege ihr fern. „Wir wollen keinen Profit aus dem Gelände schlagen, sondern es für die Bürger und die Gemeinde erhalten.“

Dieses grundsätzliche Ziel hat auch die CDU, sie sah jedoch keinen Handlungsbedarf. „Der Beschluss hemmt uns in keiner Weise“, sagte Stefan Stücken (CDU). Amtsdirektor Gunnar Bock bestätigte, dass weder die Machbarkeitsstudie noch die Förderung durch die Aktiv Region von der Beschlussfassung abhingen. Mit sieben zu sechs Stimmen entschieden sich die Gemeindevertreter gegen eine Aufhebung des alten Beschlusses.

Einstimmig entschieden sie sich für die Anschaffung zweier Tore für das Feuerwehrhaus im Wert von rund 11 000 Euro. Außerdem wurde das Gebiet „Kleinwaabs, Breeland“ als Sondergebiet für eine Bebauung mit Ferienhäusern ausgewiesen. Das Haus des Gastes in Klein-Waabs erhält eine neue Heizungsanlage für 9500 Euro.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 18:14 Uhr

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