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82-Jähriger rockt Eckernförde : Folk Baltica kommt mit drei Konzerten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein 83-jähriger US-Amerikaner spielt im Medborgerhus dänischen Folk. Konzerte sind auch in Gettorf und Kappeln geplant.

Eckernförde | Es war eine verblüffende Begegnung: Die Akkordeonspielerin Mette Kathrine Jensen und der Geiger Kristian Bugge trafen vor einigen Jahren in den USA auf Dwight Lamb. Der heute 83-Jährige überraschte die dänischen Folkmusiker mit seinem Repertoire: Er spielt auf dem Akkordeon traditionelle Spielmannsmelodien, wie sie vor 100 Jahren in Dänemark üblich waren. Und das in Iowa. Die Erklärung: Sein Urgroßvater war 1893 aus Dänemark in die USA emigriert, seine Spielmannskunst wurde von Generation zu Generation weitervererbt. So erhielten sich die alten Melodien über Jahrzehnte fernab der Heimat. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen Lamb und den dänischen Musikern, von der demnächst auch die Eckernförder profitieren, denn das Trio tritt am Freitag, 19. Mai, um 20 Uhr im Medborgerhus auf. Mit dabei: Morten Alfred Hoirup, einer der weltbesten Folk-Gitarristen.

Die Einladung dazu stammt von Harald Haugaard, dem künstlerischen Leiter des Folk-Baltica-Festivals. Jedes Jahr engagiert er einige der besten Folk-Künstler der Welt, die grenzübergreifend in Dänemark und Deutschland Konzerte geben. Auch bei der 13. Ausgabe ist Eckernförde einer der Spielorte, ebenso Gettorf und Kappeln.

35 Konzerte in 34 Spielstätten zwischen Apenrade und Bad Oldesloe sind vom 13. bis zum 21. Mai zu hören. Das Thema lautet in diesem Jahr „Die große Reise“ – da passt Dwight Lamb hervorragend ins Bild. Dabei ist er nicht der einzige Künstler, der von weit her kommt: „Acht Tage lang reisen wir mit der Musik als Pass von Flensburg vorbei an den skandinavischen Ländern und Grönland bis nach Kanada, in die USA und sogar in die Karibik“, sagt Folk-Baltica-Geschäftsführerin Juliana Maria Christiansen. „Jeder der Künstler ist auf seine Art ein Reisender. Die Geschichten darüber erzählen sie in ihrer Musik.“

So auch der Brite Martin Simpson, der am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr in der St.-Jürgen-Kirche in Gettorf auftritt. „Er ist einer der besten Gitarristen und Liedermacher in England und sehr populär“, sagt Harald Haugaard. Nach ihm tritt die estnische Musikerin und Sängerin Marie Kalkun und ihre Begleitband Runorun auf. Runorun zeichnet sich durch einen ruhigen, fast meditativen Klang aus. Zwei Frauenstimmen mit zwei Kantelen, einer Kastenzither sowie einem Kontrabass und Schlagwerk spielen traditionsreiche estnische Musik.

Ganz anders in Kappeln, wo es am Donnerstag, 18. Mai, ab 20 Uhr in der Auferstehungskirche Ellenberg um experimentelle Musik geht. Der Geiger, Lehrer, Komponist und Gewinner zahlreicher dänischer Musikpreise Henrik Jansberg kombiniert elektronische Klänge mit Folk-Melodien. Ebenso die polnische Sängerin und Geigerin Joanna Slowinska.

Wer einen etwas längeren Weg auf sich nehmen mag, dem empfiehlt Harald Haugaard das Konzert von Aoife O’Donovan am Sonnabend, 20. Mai, um 20 Uhr in der Robbe & Berking Werft in Flensburg. „Sie ist der Rising Star der Singer-Songwriter-Szene“, so Haugaard.

>Eintrittskarten und Programmhefte gibt es im Kunden-Center der Eckernförder Zeitung, Kieler Straße 55. www.folkbaltica.de

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