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Debatte : Förderverein wirbt um mehr Verständnis für die Arbeit von Tierparks

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tierparkfreunde wollen für Artenerhalt sensibilisieren / Viele neue Aktivitäten für 2014

Der Tierpark Gettorf verändert fortlaufend sein Gesicht und hält ein vielfältiges Angebot vor, das vieles über die Bewohner und ihre Gewohnheiten verrät. Möglich wird dies durch die Unterstützung der Freunde des Tierparks, die für den Artenerhalt sensibilisieren wollen und dies auch beim Neujahrsempfang gestern Vormittag in der Paradieshalle zu ihrem Thema machten.

Der Vorsitzende Dr. Wolfgang Böckeler griff die derzeit im Internet in Gang gesetzte Bewegung gegen Tierparks auf und wies den Vorwurf, die Tiere würden in solchen Anlagen in Gefangenschaft gehalten zurück. Allenfalls könne man von einer Schutzhaft reden, in der die Arten erhalten, gezüchtet und später gegebenenfalls wieder in der Natur ausgesetzt werden können, erklärte Böckeler. In diesem Sinne böten Tierparks ein Refugium, wo sich Tiere in Ruhe wieder vermehrten könnten. Der Vorsitzende der Tierparkfreunde bedauerte weiter, dass in der Argumentation der Tierpark-Gegner viele Halbwahrheiten verbreitet würden und mancher Aspekt gar nicht aufgegriffen werde. So übersehe die Organisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals), welchem barbarischen Handeln Tiere in ihren Ursprungsländern ausgesetzt seien, nur um an Teile von ihnen zu kommen. Nashörner etwa hätten wegen der menschlichen Gier nach Aphrodisiaka oftmals nur eine Überlebenschance, wenn sie von bewaffneten Wachen begleitet würden, so Böckeler weiter. Ferner fehle eine ausgewogene Betrachtungsweise vom Leben der Tiere in Zoos. Die hielten die Wohnräume ihrer Schützlinge heute viel naturnäher als vor Jahren, sorgten mit ausgefeilten Beschäftigungsprogrammen (Enrichment) für Abwechslung und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung, wenn man bedenke, dass täglich etwa 100 Tierarten durch ihren Tod für immer verloren gingen.

Mit Projekten wie dem Forschercamp im i-punkt-Natureum und einer Erweiterung des Wegeleitsystems für Sehbehinderte und Blinde um Führungen für Kinder hofft Böckeler, ein Verständnis bei den jungen Menschen für den Umgang der Tiere miteinander wecken und eine Abkehr von der menschlich-emotionalen Sichtweise auf die Tiere einleiten zu können. Mit Hilfe einer Spende über 25 000 Euro der Bingo-Umweltlotterie könne zudem das Mühlenprojekt realisiert werden. Die Idee ist es, die kleine Mühle zwischen Paradieshalle und Ziegengehege mit Wasserkraft zu betreiben – durch Pumpen von Hand. So werde neben dem Verständnis für die Natur auch ein Verständnis für die Technik geweckt. Des weiteren wird es 2014 wieder eine Tagesfahrt in einen Tierpark, die Tour de Wohld sowie die Kunsthandwerkermärkte in der Reithalle geben.

Bürgermeister Jürgen Baasch würdigte den Tierpark Gettorf als Aushängeschild nicht nur für die Gemeinde, sondern die gesamte Region. „Die Leute für Tierarten zu sensibilisieren, wie es hier geschieht, ist lobenswert“, fügte Amtsvorsteher Kurt Arndt hinzu. „Ein Vorzeigeprojekt“. Jörg Bumann, dem neuen Mitglied der Geschäftsführung seit 1. Januar, wünschten Bürgermeister und Amtsvorsteher viel Erfolg, die Tierparkfreunde eine gute Zusammenarbeit.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 06:35 Uhr

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