Schülerfirma : „FördeKork“ auf Erfolgskurs

Das Schülerunternehmen „FördeKork“ stellt unter anderem mit Kork ummantelte Stifte, Kabelbinder und Bleistiftanspitzer (vorn) her.
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Das Schülerunternehmen „FördeKork“ stellt unter anderem mit Kork ummantelte Stifte, Kabelbinder und Bleistiftanspitzer (vorn) her.

Das Schülerunternehmen der Jungmannschule hat auf Aktionärsversammlung blendende Zahlen präsentiert. Ab 31. Januar läuft der Online-Shop.

shz.de von
19. Januar 2018, 06:00 Uhr

Eckernförde | Die Schülerfirma „FördeKork“ steht blendend da. „Die Nachfrage nach unseren Produkten war teilweise so groß, dass wir mit der Produktion gar nicht hinterhergekommen sind“, sagte Vorstandsvorsitzender Johannes Krüger am Mittwochabend bei der Aktionärsversammlung des Unternehmens. Der Wert der Aktie hat sich von 10 auf 20,80 Euro mehr als verdoppelt.

Das Schülerunternehmen des Wirtschafts- und-Politik-Profils der Jungmannschule stellt Stifte, Bleistiftanspitzer, Kabelbinder und USB-Sticks aus recycelten Wein- und Sektkorken her. Die 24 Schüler nehmen mit ihrer Geschäftsidee als viertes Schülerunternehmen des Gymnasiums am Junior-Wettbewerb des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln teil. Die gemeinnützige GmbH veranstaltet seit über 20 Jahren einen jährlichen bundesweiten Wettbewerb unter Schulen: Jugendliche können mit Unterstützung der Stiftung für ein Jahr ein eigenes Unternehmen gründen und auf diesem Wege die Regeln der Wirtschaft lernen.

Johannes Krüger führte kompetent durch den Abend in der Schulaula, an dem sich jede einzelne Abteilung des Unternehmens vorstellte. Die Geschäftsidee kam einem Mitschüler, der im Rahmen eines Praktikums in Shanghai auf einer Wirtschaftsmesse von Kork ummantelte USB-Sticks sah. Die 24 Schüler erweiterten diesen Ansatz und haben mittlerweile eine ganze Produktpalette zu bieten, die nach Schiffen benannt ist: Der Kugelschreiber „Optimist“ ist das Flaggschiff und für 12 Euro zu erhalten. Der USB-Stift („Datenfähre“) kostet 10 Euro, der Bleistiftanspitzer („Bleibrecher“) 3 Euro und der Kabelbinder („Schlepper“) 1,50 Euro. Zu guter Letzt ist auch eine „Flottenbox“ mit allen Produkten für 25 Euro erhältlich.

„An unserem ersten Verkaufstag auf dem Adventsbasar der Schule gab es eine große Nachfrage nach unseren Stiften“, erklärte der Innovationsbeauftragte Derek Kornath. „Wir konnten die Produktion daraufhin zwar verdreifachen, aber beim Weihnachtsmarkt in der Innenstadt konnten wir die Nachfrage trotzdem nicht befriedigen.“ Der Produktionsmanager Jan-Niklas Wörmbke führte daraufhin einen Arbeitsplan ein, und auch ein Lager wurde eingerichtet, um Engpässe im Voraus erkennen zu können.

Mittlerweile hat „FördeKork“ unter anderem durch den Verkauf von 77 Stiften, 24 Bleistiftanspitzern sowie 60 Kabelbindern und 32 Flottenboxen knapp 2000 Euro eingenommen, wie Finanz-Abteilungsleiter Nick Bartelsen erklärte. Aktienverkauf und Werbung, Produktions-, Personal- und Marketingkosten – alles gegengerechnet bleiben 1870 Euro übrig – 20,80 Euro für jede der 90 in Umlauf gebrachten Aktien.

Zum professionellen Auftreten des Unternehmens trägt maßgeblich die Marketing-Abteilung bei, die ein einheitliches Design entwickelte und mit professionellen Fotos und Videos die eigene Homepage und soziale Plattformen im Internet bestückt. Nicht zu vergessen ist die Verwaltung, die monatlich Berichte an das Institut der Wirtschaft nach Köln schickt, und der Vertrieb. Dessen Leiterin Victoria Rackwitz kündigte an, dass am 31. Januar der Online-Shop auf der Internetseite des Unternehmens den Betrieb aufnehmen wird. Bislang waren die Produkte nur auf besonderen Veranstaltungen wie dem Fischmarkt erhältlich, zurzeit befindet sich „FördeKork“ in Gesprächen mit verschiedenen Geschäftsinhabern, um dort ihre Ware anbieten zu können.

Ganz frisch ist eine Kooperation mit der Tagesförderstätte am Windebyer Weg zur Herstellung der Verpackungen. Und für die Zukunft ist noch mehr geplant: So sollen für die Stifte nicht nur recycelter Kork verwendet werden, sondern auch Restholz. Und auch eine Kooperation mit Kompass 98 ist im Gespräch. Dabei gehe es um die Beschriftung der Stifte per Laser mit Namenszügen. Nicht zuletzt werden Gespräche geführt, ob andere Unternehmen die Stifte als Arbeitsgerät und Kundengeschenke im größeren Umfang abnehmen wollen.

WiPo-Lehrer und Schulpate Axel Bürger stellte den Schülern ein gutes Zeugnis aus: Noch kein Unternehmen der Schule habe zu einem so frühen Zeitpunkt eine solche Produktpalette zu bieten gehabt. Der Landesentscheid in Kiel, bei dem „FördeKork“ gegen andere Schülerunternehmen antritt, findet am 24. Mai statt.

> www.foerdekork.de

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