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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 08:49 Uhr

Flugzeugabsturz und Havarie auf See

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seenotretter proben den Ernstfall: Zweitägiges Manöver in der Eckernförder Bucht mit 15 Schiffen und 120 Rettungskräften

Schweres Schiffsunglück in der Eckernförder Bucht: Zwei Schiffe, die Zweimastbark „Roald Amundsen“ und der Fischkutter „Godewind“ sind gestern Nachmittag zusammengestoßen. Die Unglücksursache ist noch unklar, es gab Schwerverletzte und Verletzte. Dieses Szenario bot sich gestern den vielen Rettungskräften, glücklicherweise war das nur eine Übung, aber eine sehr realistische. Denn die 15 Opfer an Bord der beiden Schiffen waren dramatisch zugerichtet: offene Wunden, Ströme von Blut, lautes Geschrei und Gestöhne – an Bord war die Hölle los, die DLRG-Gruppe „Goch e.V. RUND“ hatte ganze Arbeit geleistet und die Opfer vorbereitet.

Genau so etwas kann ohne Weiteres bei entsprechender See, dichtem Nebel oder einer Unaufmerksamkeit passieren. Das wissen die Rettungskräfte, und deswegen muss so etwas geübt werden. Gestern und auch heute ist in Eckernförde bei der Großübung „Sarex“ (Search and Rescue Exercise) alles versammelt, was bei der Seerettung eine Rolle spielt: allen voran die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit sieben Rettungskreuzern und -booten, deren dänische Kollegen von der Marineheimwehr mit drei Schiffen, das Technische Hilfswerk mit zwei Booten und mehreren Lkw, die Wasserschutzpolizei mit einem Boot sowie die beiden „Havaristen“ Roald Amundsen und Godewind. Insgesamt 15 Schiffe und 120 Mann. Ein Großaufgebot, das es in dieser Form und internationalen Zusammensetzung erstmals in der Ostsee gibt. Auch der Arbeiter-Samariter-Bund und die Freiwillige Feuerwehr waren mit dabei, die Feuerwehr stellte Beobachtungsposten wie Christian Dibbern an Bord.

Für die Rettungskräfte war die Alarmierung von der Havarie zweier Schiffe Realität und alles andere als ein lockere Übung. Die Boote waren auf Beobachtungsposten in der Bucht, als der Notruf alle erreichte. Was tun? Vor allem Schnelligkeit und Koordinierung waren gefragt, und das auf Englisch. Ein Schiff musste die Koordination übernehmen und den Einsatz mit vielen Schwerverletzten und Verletzten leiten.

Bereits am Vormittag waren die Helfer gefordert. Das Szenario: ein Flugzeugabsturz in der Eckernförder Bucht mit Toten und Verletzten. Den Rettungskräften wurde die vermutete Absturzstelle mitgeteilt. Die Teamkoordination hatte der DGzRS-Seenotrettungskreuzer „Berlin“ übernommen, die Schiffe fuhren Suchstreifen und entdeckten schließlich die zehn ausgelegten Dummys, berichtete DGzRS-Pressesprecherin Antke Reemts aus Bremen. „Die mit Sendern bestückten Dummys waren mit Zetteln beklebt mit Angaben wie ’schwerverletzt“, ’männlich’, ’35 Jahre’.“ Das musste den Rettungskräften reichen, um sofort die Bergung und Behandlung einzuleiten. Geschult werden sollte neben der internationalen Zusammenarbeit der Seenotretter auch die Koordinierung und die Effizienz der Einsätze unter realitätsnahen Bedingungen. Jede Übung wurde direkt nach den Einsätzen auf den Schiffen selbst in einem „Debriefing“ besprochen, heute Abend bei der Abschlussbesprechung im Wellenbad wird der Ablauf der gesamten Großübung fachlich beleuchtet – eine wichtige Rückmeldung für die Einsatzkräfte.

Wer sich für die Arbeit der Seenotretter in Eckernförde interessiert, kann sich an der neuen Station neben der Holzbrücke informieren. Dort liegt auch das Rettungsboot „Eckernförde“. Generell seien körperliche Fitness und die Bereitschaft, auf See zu helfen, die wichtigsten Voraussetzungen, sagt DGzRS-Sprecherin Antke Reemts.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 11:14 Uhr

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