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Silvester : Flugverbot für Raketen bei Reet- und Strohdächern

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anordnung des Amtes Schlei-Ostsee sieht Mindestabstand von 200 Metern beim zünden von Raketen und Böllern zu Reetdachgebäuden vor.

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erstellt am 29.Dez.2015 | 18:30 Uhr

Thumby | Feuerwerk, Böller und Silvesterraketen – das gehört für viele Bürger zu einem typischen Jahreswechsel dazu. Doch Feuerwerk und Reet- und Strohdächer, das passt nun gar nicht zusammen. Das Amt Schlei-Ostsee hat daher bereits im Vorjahr eine Anordnung erlassen, wonach grundsätzlich ein Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern der Klasse 2 in einem Abstand von unter 200 Metern (Abstand von vier Straßenlaternen) zu solchen Gebäuden im gesamten Amtsgebiet besteht. Damit steige die Sicherheit und es sei eine klare und unmissverständliche Angabe, bestätigt Ulrich Erichsen, Gemeindewehrführer in Sieseby.

„Reet- und Strohdachgebäude gelten als besonders brandgefährdet, daher ist die Anordnung erforderlich, um Brandgefahren durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern aus Anlass des Jahreswechsels vorzubeugen“, heißt es in der Verordnung.

Und auch wenn jedes Jahr Polizei und Feuerwehr auf den sachgemäßen Gebrauch der Silvesterraketen und Böller hinweisen, Unfälle würden dennoch passieren, stellen Erichsen, sein Stellvertreter Volker Blunck, Gerätewart Siegfried Braun und Gruppenführer Jörg Albrecht fest. Es gebe ein paar klare Regeln, so die Feuerwehrleute, damit die Gefahr von Unfällen reduziert werde. Die Abschussbehälter für die Raketen müssten absolut standfest sein. Also mit Wasser gefüllte Flaschen, am besten noch die Flasche in die dazugehörige Kiste stellen, damit die Rakete nicht quer über die Straße schießt. Auch die neuen Vielfachschuss-Batterien müssten natürlich sicher stehen und grundsätzlich Abstand zu Gebäuden und Fahrzeugen haben. Außerdem sollten die Feuerwerkskörper grundsätzlich nicht auf Personen, Tiere oder Objekte geworfen werden, was ja selbst verständlich sei.

„Die heiße Phase sei so etwa von Mitternacht bis 2 Uhr“, sagt Braun. Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bedeute das, dass sie etwas gebremst feierten, wie Jörg Albrecht ergänzt. Es könne ja immer etwas passieren. Öffentliches Feuerwerk zu verbieten, wie es derzeit in der Politik diskutiert wird (wir berichteten) halten die Siesebyer für nicht zielführend. Mit öffentlichem Feuerwerk, das von Profis gezündet werde, hätten sie kein Problem. Die privaten Feuerwerke machten ihnen viel mehr Sorgen.

Wenn man vernünftig mit den Sachen umgehe, dann passiere ja auch nicht, meint Braun, schließlich will die Feuerwehr auch keine Spaßbremse sein. Dringend rät die Feuerwehr nur Feuerwerk zu erwerben und zu zünden, das mit dem Logo der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) oder dem CE-Zeichen gekennzeichnet ist. Selbsthergestellte Böller, auch aus dem benachbarten Ausland, sollten definitiv gemieden werden. „Das ist Sprengstoff“, sagt Erichsen. Das hätten auch Versuche von Profis gezeigt. Zudem sei es Personen unter 18 Jahren nicht erlaubt, mit Feuerwerkskörpern zu hantieren.

Wichtig ist den Feuerwehren, dass auch Urlauber und Feriengäste die besonderen Regelungen für das Abbrennen von Feuerwerk kennen und darauf hingewiesen werden.

Hausbesitzer sollten ihre Mülltonnen, vor allem die Papiertonne, sichern, gelbe Tüten sollen nicht im Freien liegen und Autos möglichst untergestellt werden. Fenster und Türen sollten geschlossen sein. Blindgänger sollten auf der Straße bleiben, bevor sie tagsdrauf eingesammelt werden. Vom 2. Januar bis 30. Dezember besteht dann wieder ein generelles Abbrennverbot, heißt es in der Verordnung des Amtes.

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