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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 05:18 Uhr

Flüchtlingsneubau und Grünkohl-Königin

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 21.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Leer stehende Wohnungen sind nach wie vor in Eckernförde zu finden. In der Kurt-Pohle-Straße, in der Langemarckstraße und sicher auch im Diestelkamp und anderen Straßen. Warum sie nicht vermietet sind, soll hier nicht zur Debatte stehen. Vermutlich werden sie nicht mehr lange unbewohnt bleiben, der Druck auf den ohnehin angespannten Immobilienmarkt in Eckernförde wächst. Durch den Zuzug der Flüchtlinge – 411 in diesem Jahr –, wird Wohnraum benötigt. Die Stadt hat 41 Mietverträge abgeschlossen, weitere werden folgen, denn laut Quote müsse in den restlichen fünfeinhalb Wochen des Jahres noch 216 Menschen aus Syrien, Irak oder Afghanistan einquartiert werden. Für eine unbestimmte Dauer, denn die Asylverfahren ziehen sich bis zu drei Jahren hin.

Man kann sich ausrechnen, dass die Wohnungskapazitäten bei einem weiteren Zuzug in den nächsten Jahren – die Stadt rechnet derzeit mit 200 Flüchtlingen pro Jahr –, nicht mehr reichen. Die Stadt liebäugelt daher bereits mit dem „Kieler Modell“ – standardisierte, dreigeschossige Typenhäuser, 700 Quadratmeter für 72 Menschen und 1,7 Millionen Euro. Und sollten die Flüchtlinge später einmal ausgezogen sein, kann die Immobilie für 300  000 Euro für die wohnliche Nachnutzung durch andere Bewohner hergerichtet werden. Das passende Grundstück für den „Dreigeschosser“ wird gerade gesucht. Das Umfeld muss passen und die Akzeptanz der Bürger vorhanden sein, sagt Bürgermeister Jörg Sibbel schon mal vorab. Eine Option wäre zum Beispiel das östliche Grundstück zwischen den Obdachlosenunterkünften und dem Fußballplatz in der Ostlandstraße. Dort sollte 1968 ursprünglich ein vierter Block gebaut werden, von dem die Stadt dann aber wieder Abstand genommen hat.

Mal abwarten, wie sich die Stadt entscheidet und wann sie die Option „Kieler Modell“ zieht. Geschieht das bald, bliebe wohl auch der bestens gelegenen, stattlichen Willers-Jessen-Schule das Schicksal einer Flüchtlingsunterkunft erspart.

Der EMTV hat ein klares Zeichen gesetzt: Erhalt des beliebten Vereinsheims am Noorwanderweg, Umbau und Neuverpachtung – der Verein braucht ein Zuhause.

Hoffentlich haben die Turner bei der Pachtvergabe ein ähnlich glückliches Händchen wie im Falle von „Edel“ Höneise, die sich in 23 Jahren zur Wirtin mit Kult-Faktor und ungekrönten Grünkohlkönigin der Region entwickelt hat.

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