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Integration : Flüchtlingsheim: Lösung in Gettorf gesucht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

SPD und Grüne regen zeitnahe Unterbringung der Asylbewerber in der Gemeinde an. Verschiedene Unterkünfte sollen geprüft werden. Antrag an den Amtsausschuss ist gestellt.

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erstellt am 14.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Gettorf | Ein gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen an den Amtsausschuss bringt Bewegung in die vom Flüchtlingsrat angestoßene Debatte um die Unterbringung der Menschen auf dem abgelegenen Hof in Schinkelerhütten: Die Flüchtlinge sollen auf lange Sicht zentral in Gettorf eine Bleibe finden, kurzfristig im nicht mehr genutzten Teil des Alten- und Pflegeheims im Hainweg. In Gesprächen mit der Brücke Rendsburg als Träger soll geklärt werden, ob das möglich ist. Die Liberalen fordern vor einer Entscheidung des Amtsausschusses die Diskussion des Antrags mit Gettorfer Politikern und Bürgern.

„Es geht darum, dass Menschen, die in ihrer Heimat verfolgt und bedroht sind, hier so untergebracht werden, dass sie sich willkommen fühlen“, erklärt Amtsvorsteher Kurt Arndt auf der Homepage der Gettorfer Sozialdemokraten. Das sei mit der Unterkunft in Schinkelerhütten nicht gegeben, sagt Arndt weiter und verweist auf den Bericht von Erika und Gebhardt von Reibnitz, zwei Mitglieder des Flüchtlingsrates, im letzten Amtsausschuss (wir berichteten), der die Belastung für die Helfer, aber auch ihre Schützlinge deutlich vor Augen führte. In Gettorf hingegen seien Ärzte, Schulen und Versorgungsmöglichkeiten zu Fuß zu erreichen, was für eine Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde spreche. Arndt: „Wir wollen sie schließlich integrieren und ihnen gute Gastgeber sein.“ Er regt an, dass auf Dauer geeignete Unterkünfte im Ort geprüft werden. Der nicht mehr genutzte Teil des Alten- und Pflegeheims am Hainweg ist dabei nur eine Option. Probleme mit Anwohnern befürchtet Arndt nicht. „Wir haben eine gesellschaftliche Verpflichtung, für diese Menschen zu sorgen. Sie brauchen unsere Hilfe und unsere Fürsorge. Es ist noch gar nicht lange her, dass auch wir Deutschen solche Solidarität erfahren haben“, erklärt der Amtsvorsteher. Er glaubt fest daran, dass die Gettorfer das genau so sehen. „Integration und Gastfreundschaft funktionieren nur dort, wo sich die Menschen als Nachbarn auf Augenhöhe begegnen. Das wird auch bei uns so sein“, sagt Arndt.

Es sei Aufgabe von Politik und Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass Flüchtlinge und Spätaussiedler sich auch tatsächlich integrieren könnten, meint auch Thorsten Wilke, Vorsitzender der Gettorfer Liberalen. „Es kann nicht sein, dass wir sie weitab unterbringen, wo sie keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung, Behörden und sozialen Einrichtungen, sprich zu ihrem Umfeld haben und auch nicht aufbauen können. Das kommt eher einer Verwahrung gleich. Wir wollen ihnen aber das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein“, betonte Wilke. Die von SPD und Grünen ins Gespräch gebrachte Unterbringung im Altbau des Pflegeheims am Hainweg könnte eine Idee sein. „Allerdings fordern wir, dass sich – neben dem Amtsausschuss – zunächst einmal die Gettorfer Gemeindevertretung mit diesem Vorschlag auseinandersetzt“, macht Wilke deutlich und erklärt: „Eine solche Entscheidung hätte selbstverständlich Auswirkungen nicht nur für das Amt Dänischer Wohld, sondern insbesondere für die Gemeinde – deshalb ist hier auch der richtige Ort, darüber zu diskutieren.“ In der Gemeindevertretung sollten SPD und Grüne ihre Pläne vorstellen, und den Bürgern müsse dort Gelegenheit gegeben werden, eventuell bestehende Sorgen und Fragen zu artikulieren. Auch die Brücke Rendsburg-Eckernförde als Träger und Eigentümer der Immobilie sowie Vertreter des ehrenamtlich tätigen Flüchtlingsrates wünscht Wilke sich als Gesprächspartner in der Runde.

„Ich finde es wichtig, dass unser Vorhaben immer transparent ist und wir umfassend informieren. Darauf werde ich achten“, verspricht Arndt.

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