Jubiläum der Friedensgruppe : Flüchtlingen zeigen, wie Altenholz tickt

Das Kinderheim im südafrikanischen Paal besuchte Irmela Bucher auf ihrer Reise.
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Das Kinderheim im südafrikanischen Paal besuchte Irmela Bucher auf ihrer Reise.

Wie umfangreich die Arbeit der Flüchtlingsgruppe Altenholz ist, zeigten die Mitglieder in einer Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen. Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche Fanny Dethloff lobte die Arbeit der Gruppe.

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14. November 2013, 06:00 Uhr

Die Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Friedensgruppe Altenholz und mit Blick auf die Krise in Syrien und den Flüchtlingsströmen vor Lampedusa aktueller denn je. Aus diesem Grund hatte die Gruppe zu ihrer Feier zum 25-jährigen Bestehen am Dienstagabend Fanny Dethloff eingeladen. Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche machte in einem Vortrag ihrem Ärger gegenüber Behörden und Politik Luft, berichtete über den Alltag einer Flüchtlingsbeauftragten und wie sie sich nach herben Rückschlägen immer wieder neu motivieren und für die Arbeit begeistern kann.

Dass syrische Flüchtlinge mit Familie in Deutschland nun wieder zurück nach Italien sollen, nur weil sie dort in Europa angekommen sind, stößt bei Dethloff auf absolutes Unverständnis. In solchen Fällen setzt sie sich dafür ein, dass die Betroffenen Kirchenasyl bekommen und somit offiziell bleiben dürfen. Doch das klappt natürlich längst nicht immer, Misserfolge und traurige Schicksale bringt die Arbeit mit sich. Doch sie hat ein Rezept dagegen: „Spiritualität und Humor, sehr viel Humor“, sagt Dethloff, die bereits seit elf Jahren für die Flüchtlinge kämpft.

Gleichzeitig schöpft sie aus den erfolgreichen Geschichten Kraft. Wie bei der einer Kurdin, die wieder zurück in die Türkei abgeschoben wurde und dann wieder zurück in Deutschland zum ersten Mal ein eigenes Zimmer in einer Einrichtung in Hamburg bekommen hat. daraufhin fiel sie Dethloff freudestrahlend in die Arme.

Doch die Flüchtlingsbeauftragte kämpft nicht nur gegen die Abschiebung. Sie versucht auch, die Bedingungen für die Flüchtlinge vor Ort zu verbessern und sieht dabei einige Arbeitsweisen mit Fassungslosigkeit an. „Dass traumatisierte Frauen nicht offen über Missbrauch und Vergewaltigung mit fremden Männern sprechen, ist doch wohl nur logisch“, sagte sie aufgebracht. Aber erst seit einigen Jahren werden den Frauen weibliche Anhörer zugewiesen. „Dass auch dann die Dolmetscher weiblich sein müssen, darauf sind sie erst vor einem Jahr gekommen“, sagte sie kopfschüttelnd. Gegen solche Missstände will sie ankämpfen.

Gruppen wie die Friedensgruppe in Altenholz seien dabei wichtiger denn je, lobte sie die Arbeit. „Sie müssen den Menschen zeigen, wie Altenholz tickt. Wir dürfen sie nicht alleine lassen.“ Schließlich kommen die Flüchtlinge aus fremden Kulturen, in denen ganz andere Sitten und Alltagsgewohnheiten herrschen. Dort wird der Müll vielleicht einfach nur auf die Straße geworfen, anstatt sorgfältig in vier Tonnen getrennt. Dort wird lautstark Musik in der Wohnung gehört und keine Rücksicht auf die Nachbarn genommen. Diese Menschen im Alltag zu unterstützen, bringe sehr viel und fördere vor allem das große Ziel: die Integration.

Die Flüchtlingsarbeit ist aber längst nicht das einzige Thema der Gruppe. Das zeigte die Ausstellung eindrucksvoll auf 13 Plakaten. Mit Fotos aus Südafrika, Einladungen zum jüdischen Kulturabend oder Texten von politischen Veranstaltung im Kampf gegen Rüstungsexporte veranschaulichten die 13 Mitglieder ihren Einsatz für den Frieden.

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